Toyota Pilot Kalle Rovanperä baut WM-Führung aus
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Toyota Pilot Kalle Rovanperä baut WM-Führung aus

Doppeltes Podium für Toyota Gazoo Racing beim Heimspiel in Finnland

Motorsport

Das Wichtigste in Kürze

  • Rovanperä mit Polster von 94 Punkten vor den letzten fünf Saisonrennen
  • Esapekka Lappi nach Überschlag Dritter, Evans wird Vierter
  • Toyota legt auch in der Herstellerwertung nochmals zu

Impressionen

Köln. Das Toyota Gazoo Racing World Rally Team hat seine WM-Führung beim Heimspiel ausgebaut: Beim achten Lauf der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) in Finnland holte die Crew zwei Podiumsplätze und einen vierten Rang und bleibt damit auf Kurs. Lokalmatador Kalle Rovanperä sammelte als Zweiter dabei auch wertvolle Punkte für die Fahrerwertung.

Die Rallye Finnland ist für ihre hohen Geschwindigkeiten und engen Abstände bekannt: Der erste Wettbewerb für die neue Generation der Hybrid-Rally1-Fahrzeuge gilt sogar als der viertschnellste WM-Lauf aller Zeiten. Der Toyota GR Yaris Rally1 Hybrid fuhr dabei auf 15 der 22 Prüfungen die schnellste Zeit.

Kalle Rovanperä und sein Beifahrer Jonne Halttunen meisterten die Schotterstraßen rund um ihre Heimatstadt Jyväskylä, lagen am Freitag mit 21 Sekunden Rückstand auf die Spitze aber nur an vierter Position. In der spirituellen Heimat des Rallyesports wurde der schnelle Finne von vielen Fans angefeuert – und war samstags auf sechs von acht Prüfungen der Schnellste. Dadurch klettere Rovanperä auf den zweiten Platz und verkürzte den Rückstand auf 8,4 Sekunden. Diese Ausgangslage garantierte Hochspannung für den Schlusstag: Um seine Position in der Meisterschaft zu festigen, konnte Rovanperä jedoch nicht alles für den möglichen Heimsieg riskieren. Durch den zweiten Platz – nur 6,8 Sekunden hinter dem Sieger – und die maximalen fünf Bonuspunkte von der Power Stage beträgt sein Vorsprung bei noch fünf ausstehenden Rallyes komfortable 94 Punkte.

Teamkollege Esapekka Lappi führte die Rallye während des Freitags und eines Großteils des Samstags an. Ein Steinschlag und damit verbunden eine eingeschränkte Sicht behinderten ihn und Co-Pilot Janne Ferm jedoch. Auf der vorletzten Prüfung sorgten Spurrillen am Kurvenausgang zudem für einen dreifachen Überschlag. Trotz eines Zeitverlusts von 20 Sekunden blieb das Duo Dritter in der Gesamtwertung. Im Ziel bedeuten 16,9 Sekunden Rückstand auf den Führenden den zweiten Podiumsplatz in dieser Saison.

Auch der dritte Toyota Fahrer Elfyn Evans kämpfte wie seine Teamkollegen lange Zeit um die Führung. Ein Schaden an der Aufhängung am Samstagnachmittag machte jedoch alle Hoffnungen zunichte, sodass sich Evans und sein Beifahrer Scott Martin mit dem dritten Platz auf der Power Stage und dem vierten Platz in der Gesamtwertung begnügen mussten. Dadurch konnte Toyota Gazoo Racing seine Führung in der Herstellerwertung auf nunmehr 88 Punkte ausbauen.

Komplettiert wird die ausgezeichnete Performance des Toyota GR Yaris Rally1 Hybrid von Takamoto Katsuta und Beifahrer Aaron Johnston, die nahezu während der gesamten Rallye unter den ersten Sechs lagen. Mit dem sechsten Rang im Ziel setzt TGR WRT Next Generation darüber hinaus seine ununterbrochene Punkteserie in diesem Jahr fort.

„In diesem Jahr gibt es zwei Heimrallyes für uns, die Rallye Finnland war die erste. Ich möchte mich für die großartige Unterstützung der Fans und der Stadt Jyväskylä bedanken“, erklärt Teamgründer Akio Toyoda. „Wir waren leider nicht in der Lage, uns mit einem Sieg für die Unterstützung zu revanchieren. Das ganze Team und vor allem die Lokalmatadoren Kalle und Esapekka haben sich sehr angestrengt und gut gearbeitet, aber der letzte Schritt hat gefehlt. Einen ähnlichen Rückhalt werden wir auch bei der Rallye Japan, unserem zweiten Heimspiel, erleben. Das Team wird weiterhin hart arbeiten und wir wollen uns mit einem Sieg für die Anfeuerungen bedanken.“

„Natürlich ist man ein wenig enttäuscht, nicht gewonnen zu haben. Aber wir müssen das Gesamtbild sehen. Es war ein gutes Wochenende mit zwei Autos auf dem Podium, einem vierten Platz und Taka als Sechster“, so Teamchef Jari-Matti Latvala. „Wenn man diese Rallye gewinnen will, muss man Vollgas fahren, an etwas anderes kann man nicht denken. Tänak hat alles gegeben, um zu gewinnen, und er hat einen fantastischen Job gemacht. Kalle musste an die Meisterschaft denken. Er war dem Sieg zwar sehr nahe, aber er hat einen cleveren Job gemacht, die Punkte nach Hause gebracht und in der Power Stage noch angegriffen, um seine Führung in der Meisterschaft auszubauen. Es war unglaublich zu sehen, dass Esapekka nach seinem Überschlag ebenfalls auf dem Podium stand.“

Weiter geht es mit der Rallye Ypern in Belgien (19. bis 21. August), die im vergangenen Jahr erstmals als WM-Lauf ausgetragen wurde. Die Veranstaltung genießt aber schon länger den Ruf einer klassischen und anspruchsvollen Asphalt-Rallye, die für ihre schnellen, aber engen, von großen Gräben gesäumten Landstraßen bekannt ist.