WEC - 2022 - 6 Stunden von Fuji - Freihes Fahren
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Toyota Gazoo Racing vor Heimrennen auf der Langstrecke

Fünfter WEC-Lauf im japanischen Fuji

Motorsport

Das Wichtigste in Kürze

  • Hypercar debütiert nach dreijähriger WEC-Abstinenz in Japan
  • Toyota in Führung, Fahrer in Schlagdistanz zur Spitze
  • Fans und Kollegen beflügeln das Team in der Heimat

Impressionen

Köln. Mit den Sechs Stunden von Fuji biegt die FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) auf die Zielgerade ein: Nach dreijähriger Abstinenz ist Toyota Gazoo Racing wieder beim Heimrennen in Japan dabei. Auf dem 100 Kilometer westlich von Tokio gelegenen Fuji Speedway peilt die Crew den fünften Heimsieg in Folge an – erstmals im Hypercar.

Nach den ersten vier Saisonrennen liegt Toyota in der Herstellerwertung mit 15 Punkten Vorsprung in Führung. Die diesjährigen Le-Mans-Sieger Sébastien Buemi, Brendon Hartley und Ryo Hirakawa im GR010 Hybrid mit der Startnummer 8, die zuletzt beim dramatischen Langstreckenrennen in Italien Zweite wurden, rangieren bei den Fahrern auf Platz zwei – zehn Punkte hinter der Spitze. Die amtierenden Champions Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López sind Dritte und peilen in Fuji ihren zweiten Sieg des Jahres an.

Der GR010 Hybrid wird an diesem Wochenende zum ersten Mal vor japanischen Fans und Partnern fahren, obwohl der Le-Mans-Sieger nach seinem Triumph 2021 bereits im ganzen Land ausgestellt wurde. Der Fuji Speedway ist mehr als nur ein Heimrennen für das Team: Der Hybrid-Antriebsstrang wurde nur wenige Kilometer von der Rennstrecke entfernt entwickelt und gebaut. Für viele Mitarbeiter des Higashi-Fuji Technical Center ist das Rennen an diesem Wochenende die erste Gelegenheit, das Auto in Aktion zu sehen.

Die 4,563 Kilometer lange Strecke, die trotz ihrer 1,5 Kilometer langen Start-Ziel-Geraden die kürzeste im WEC-Kalender ist, bildet ein erfolgreiches Pflaster für Toyota Gazoo Racing. Sieben von acht WEC-Rennen konnte das Team auf dem Kurs gewinnen, der auch historisch entscheidend zur Entwicklung des Langstreckensports von Toyota beigetragen hat. Der ikonische 2000GT-Sportwagen bewies seine Schnelligkeit mit Siegen bei den 24-Stunden- und 1000-Kilometer-Rennen 1967, bevor sich in den Folgejahren der Toyota 7 in die Geschichtsbücher eintrug. Die All Japan Sports Prototype Championship, eine nationale Serie für Fahrzeuge im Le-Mans-Stil, brachte Toyota in den 1980er Jahren zurück in die vorderste Reihe der Sportwagenwettbewerbe.

Die Strecke an den Ausläufern des Mount Fuji wurde 2005 modernisiert. Während die Streckenführung seit dem ersten modernen WEC-Rennen 2012 unverändert geblieben ist, wird sich die Umgebung dank der Entwicklung eines neuen Motorsport-Resorts mit Museum, Fahr- und Unterhaltungszentrum sowie Hotel verändern.

Die begeisterten japanischen Fans können die Hypercars am Freitag erstmals in Aktion sehen: Auf zwei 90-minütige Trainings folgt am Samstag zunächst ein Abschlusstraining, bevor am frühen Nachmittag das Qualifying ansteht. Das Rennen startet am Sonntag um 11 Uhr Ortszeit (4 Uhr MESZ).

„Ich freue mich darauf, den GR010 Hybrid zum ersten Mal vor unseren japanischen Fans zu fahren. Es war schade, dass die WEC ein paar Jahre lang nicht nach Japan kommen konnte, aber das macht dieses Wochenende nur noch spezieller“, erklärt Kamui Kobayashi, der weiterhin auch als Teamchef aktiv ist. „Neben dem Rennen ist es auch eine Gelegenheit, unsere Kollegen von der Toyota Motor Corporation zu treffen, insbesondere unsere Antriebsabteilung in Higashi-Fuji. Wir wollen ihnen einen Grund zum Jubeln zu geben. Dass wir den Sieg in Monza verpasst haben, war enttäuschend, aber wir hatten nicht die Pace – in Fuji müssen wir stärker sein. Unser Ziel als Team ist es natürlich, beide Weltmeisterschaften zu verteidigen, deshalb wollen wir an diesem Wochenende gewinnen. Die Konkurrenz ist stark und es wird ein weiteres schwieriges Rennen, aber das hilft uns, als Team besser zu werden. Wir werden unser Bestes geben, um vor unseren Heimfans wieder in der Mitte des Podiums zu stehen.“