Uhr

Toyota Gazoo Racing gewinnt in Monza

Team sichert weiße Weste des GR010 Hybrid in der WEC

Motorsport

Das Wichtigste in Kürze

    • Fahrercrew der Startnummer 7 mit erstem Saisonsieg
    • Technische Probleme bei den WM-Führenden im Schwesterauto
    • Toyota weiterhin Erster in Fahrer- und Konstrukteurswertung

Impressionen

Köln. Toyota Gazoo Racing baut seine makellose Bilanz im neuen GR010 Hybrid weiter aus. Beim dritten Saisonlauf der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) sicherte sich das Team den Sieg im packenden Sechs-Stunden-Rennen im Königlichen Park von Monza.

Im Hypercar mit der Startnummer 7 ließen Mike Conway, Kamui Kobayashi und José María López die Konkurrenz hinter sich und errangen ihren ersten Sieg in diesem Jahr. Nach 204 absolvierten Runden schlugen sie die Alpine mit der #36 um 60,908 Sekunden und beendeten damit ihre Pechsträhne in dieser Saison.

Dafür endete gleichzeitig die Siegesserie von Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima und Brendon Hartley im Schwesterauto mit der #8, die aufgrund technischer Probleme nur auf dem 33. Platz landeten.

Durch den erneuten Sieg baut Toyota Gazoo Racing seine Führung in der Konstrukteurswertung auf 30 Punkte vor Alpine aus. In der Fahrerwertung führt die Crew der #8 mit nur noch sechs Punkten auf die Teamkollegen und amtierenden Champions im GR010 Hybrid mit der #7.

Zu Beginn des Rennens hatte es nach einem engen Kampf der beiden Toyota Hypercars ausgesehen, als Mike Conway im Auto mit der #7 von der Pole Position aus ins Rennen ging, dicht gefolgt von Sébastien Buemi im GR010 Hybrid mit der #8. Während der ersten Stints trennten die beiden nur wenige Sekunden, was sich jedoch änderte als Brendon Hartley das Steuer der #8 übernahm.

Ein Problem mit dem Kraftstoffdruck erforderte einen Boxenstopp, der viereinhalb Minuten dauerte. Nachdem Hartley auf Position 21 auf die Strecke zurückkehrte, ereignete sich das nächste Unglück, da aufgrund einer beschädigten Radnabe ein weiterer Aufenthalt in der Box nötig war. Dies kostete die #8 zwölf Runden und jede weitere Chance auf den Sieg.

José María López machte dagegen weiter Tempo und hatte zur Rennhalbzeit trotz einer zwischenzeitlichen Safety-Car-Phase noch 22 Sekunden Vorsprung auf seine Verfolger. Für das Schwesterauto mit der #8 ging das Drama währenddessen weiter. Nach einem kurzen Abstecher in die Garage entschied sich das Team, Teile am Kraftstoffsystem zu wechseln – eine komplexe Reparatur, die 48 Minuten kostete.

Bei weniger als zwei Stunden verbleibend stellte Kamui Kobayashi das führende Auto mit der #7 am Streckenrand ab. Nach einem System-Neustart konnte er das Rennen fortsetzen, verlor jedoch rund eine Minute sowie die Führung an Team Glickenhaus mit der #709. Dieser musste den ersten Platz nach wenigen Minuten und einer Reparatur jedoch wieder abgeben. Kobayashi lag wieder in Front, bis ein Reifenschaden einen ungeplanten Stopp mit sich brachte. Anschließend begann eine spannende Verfolgungsjagd auf den führenden Alpine.

Kobayashi verringerte den Abstand, bevor er an Mike Conway übergab, der bei seiner Hatz die schnellste Rennrunde auf den Asphalt brachte. Eine Gelbphase 34 Minuten vor Schluss gab der #7 die Chance, einen letzten Tankstopp einzulegen und die Führung zu übernehmen, die Conway bis zur Überfahrt der Ziellinie behielt.

Das Team wird nun die technischen Probleme im Detail untersuchen, während es sich auf das größte Rennen der Saison vorbereitet, die 24 Stunden von Le Mans. Der Klassiker auf dem Circuit de la Sarthe findet am 21. und 22. August statt und beginnt bereits mit dem offiziellen Testtag am 15. August.

Kamui, Mike, José – herzlichen Glückwunsch!“, richtete sich Teamgründer Akio Toyoda nach dem Rennen an die Gewinner. „Ich freue mich, dass ihr euren ersten Saisonsieg errungen habt und endlich auch einmal ganz oben steht.

Auch der Wagen mit der #7 ist nicht ohne Probleme ins Ziel gekommen, während das Schwesterauto mit der #8 diverse Schwierigkeiten hatte und viel Zeit einbüßte. Wir waren nicht in der Lage, ein Auto vorzubereiten, das man ohne Bedenken in puncto Zuverlässigkeit fahren kann, deshalb tut es mir für alle Fahrer leid.

Aber der GR010 Hybrid ist ein Auto, dessen Entwicklungsprozess gerade erst begonnen hat. Die Probleme waren im Rennen offensichtlich. Es gibt gute und schlechte Arten von Problemen; die guten helfen uns zu lernen, aber die schlechten sollten bis Le Mans im nächsten Monat behoben sein.

Ganz gleich, wie gut man sich vorbereitet, in einem Rennen kann immer etwas Unerwartetes passieren. Kazuki blieb 2016 nur wenige Minuten vor dem Ende stehen. Kamui hatte ein Jahr später ein Problem bei der Ausfahrt aus der Boxengasse. Wir haben also schon oft unerwartete Ereignisse erlebt.

An alle Teammitglieder: Bitte hört auf die Stimme der Fahrer. Sie sind es, die mit dem Auto und der Straße ‚sprechen‘. Dies ist der einzige Weg, das Auto immer stärker zu machen. Bitte baut ein immer besseres Auto, damit die Fahrer mit einem guten Gefühl kämpfen können.

Kazuki, Séb, Brendon, Kamui, Mike, José – eure Einschätzungen werden uns immer stärker machen. Immer, wenn ihr auch nur die kleinste Stimme aus dem Auto hört, sagt es den Mechanikern oder Ingenieuren. Lasst uns als ein Team das Auto noch viel stärker machen!“

Es war ein guter Tag für Toyota Gazoo Racing“, so Hisatake Murata, Team Präsident bei Toyota Gazoo Racing. „Glückwunsch an das Auto mit der #7 und auch an unsere Kollegen im World Rally Team für ihren Sieg bei der Rallye Estland. Das erste WEC-Rennen in Monza wird uns als besonders aufregend in Erinnerung bleiben und ich freue mich, dass wir wieder Fans auf den Tribünen hatten, um es zu genießen. Die Crew der #7 zeigte echten Kampfgeist und hat sich den ersten Saisonsieg wirklich verdient. Es ist frustrierend, die Probleme beim Schwesterauto mit der #8 mitzuerleben. Es tut mir leid für Sébastien, Kazuki und Brendon, dass sie heute nicht um einen weiteren Sieg kämpfen konnten. Danke an die Mechaniker, die nie aufgegeben und das Auto wieder auf die Strecke gebracht haben. Das war eine große Teamleistung.

Unser ganzer Fokus richtet sich jetzt auf Le Mans. Dort wollen wir unseren Titel verteidigen und der erste Sieger in einem Hypercar werden. Es liegt noch eine Menge harter Arbeit vor uns, um dieses Ziel zu erreichen.“