Toyota Gazoo Racing feiert Dreifachsieg in Japan
Ogier gewinnt vor Evans bei Heimrallye
Impressionen
Köln. Das Toyota Gazoo Racing World Rally Team hat bei der Rallye Japan einen historischen Heimtriumph gefeiert: Sébastien Ogier setzte sich in einem nassen Finale knapp gegen Elfyn Evans durch und sicherte sich den Sieg – und damit ein spannendes Titelduell beim letzten Lauf der Saison. Sami Pajari komplettierte das Podium mit Platz drei und erreichte damit in seiner ersten vollen Saison auf höchstem Niveau seinen ersten Podestplatz in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC).
Es ist der dritte Sieg in Folge für das Team bei der Rallye Japan (von insgesamt vier Austragungen) und der zweite 1-2-3-Erfolg. Für Ogier und seinen Beifahrer Vincent Landais war es der erste Sieg bei diesem Event. Sie lieferten sich ein enges Duell mit Evans und dessen Co-Pilot Scott Martin, bei dem das Duo über weite Teile des Wochenendes weniger als zehn Sekunden trennte.
Ogier ging mit einem Vorsprung von 6,5 Sekunden in den letzten Tag, der unter schwierigen, nassen Bedingungen stattfand. Evans startete schneller in die erste Prüfung des Morgens und schien die Führung zu übernehmen, doch Ogier konterte in einem besonders anspruchsvollen Abschnitt. Mit einem weiteren Sieg in der nächsten Prüfung und Bestzeit im vorletzten Test baute Ogier seinen Vorsprung auf 11,5 Sekunden vor der letzten Wertungsprüfung aus.
In einem packenden Finale trennten Ogier und Evans in der abschließenden Power Stage lediglich 0,096 Sekunden. Ogier gewann zudem die Super Sunday-Wertung und sicherte sich damit die maximalen 35 Punkte. Damit liegt er nun nur noch drei Punkte hinter dem Gesamtführenden Evans – bei noch einem ausstehenden Lauf.
Auch Kalle Rovanperä und sein Co-Pilot Jonne Halttunen haben mit 24 Punkten Rückstand noch Titelchancen, sodass der Kampf um Fahrer- und Beifahrertitel nun ein reines TGR-Duell ist. Nach einem Zeitverlust von fünf Minuten durch eine Kollision mit einer Barriere in der zweiten Freitagsprüfung kämpften sie sich zurück und belegten am Ende Platz sechs sowie Rang drei in der Super Sunday- und Power Stage-Wertung.
Pajari und sein Beifahrer Marko Salminen übernahmen Platz drei, nachdem Hyundai-Pilot Adrien Fourmaux in der ersten Sonntagsprüfung ausschied. Bei seinem ersten Einsatz in Japan mit Rally1-Fahrzeug überzeugte Pajari mit einer weiteren reifen und konstanten Leistung, die seine starke Rookie-Saison unterstreicht.
Takamoto Katsuta war bei seinem Heimrennen ebenfalls Teil des Kampfes um den Sieg, bis er am Samstagnachmittag in WP11 eine Barriere touchierte und sich dabei Schäden am Fahrzeug zuzog. Katsuta und sein Co-Pilot Aaron Johnston kehrten am Sonntag zurück und zeigten erneut starke Pace, darunter zwei Prüfungsbestzeiten in der Okazaki Super Special Stage.
Der diesjährige WRC2-Champion Oliver Solberg beendete die Rallye erneut als bester Fahrer der Rally2-Kategorie in seinem von Printsport eingesetzten GR Yaris auf Gesamtrang sieben – einen Platz vor Alejandro Cachón, der seinen ersten WRC2-Sieg feierte. Cachón war für Toyota Spanien gemeldet und wurde von Teo Martín Motorsport betreut.
Akio Toyoda (Vorsitzender TGR-WRT):
„Akio Toyoda, der immer wieder über den ‚Japan Pride‘ gesprochen hat, konnte am Donnerstag endlich als Morizo zurückkehren. Als das Team in Aichi ankam, wollte ich alle persönlich begrüßen und sagen: ‚Willkommen zurück zu eurer Heimrallye!‘ Doch stattdessen wurde Morizo von ihnen mit den Worten empfangen: ‚Willkommen zurück beim Heimteam!‘
Das hat mich daran erinnert, dass Toyota Gazoo Racing WRT ein Team mit echten ‚Herzensmenschen‘ ist – das hat mich sehr glücklich gemacht und meine ganze Müdigkeit sofort vergessen lassen. Es war ein Wochenende, an dem ich erneut dankbar war, mit den besten Teamkollegen kämpfen zu dürfen. Ich möchte dem gesamten Team auch meinen aufrichtigen Dank aussprechen, dass es nach dem Gewinn des Herstellertitels zum fünften Mal in Folge nach Japan zurückgekehrt ist.
Diesmal gab es einen 1-2-3-Erfolg durch Seb, Elfyn und Sami! Auch wenn Kalle und Takamoto mit ärgerlichen Problemen zu kämpfen hatten, hielten sie bis zum letzten Tag durch. Vor allem freut es uns sehr, dass fünf Fahrzeuge das Ziel auf japanischem Asphalt erreicht haben. Vielen Dank an alle!
Takamotos Problem hat auch mir wehgetan. Selbst ohne Servolenkung hat er seinen Kampfgeist bewahrt. Er sagte, dass die Unterstützung der Fans am Streckenrand ihn angetrieben habe, weiterzumachen. Und natürlich war auch die großartige Hilfe von Aaron und den Mechanikern, die das Auto repariert haben, entscheidend.
Am Wochenende konnte ich viele Fans auf den Verbindungsetappen sehen. Die Rallye Japan in Aichi und Gifu wurde nun viermal ausgetragen, und es scheint, als habe sich diese Art von Streckenrandkultur etabliert. Wir nähern uns langsam der ‚europäischen Motorsportkultur‘, die ich immer bewundert habe. Das macht mich wirklich glücklich. Ich danke allen, die die Rallye Japan geplant und bis heute weitergeführt haben.
Elfyn, Scott, Seb, Vincent, Kalle, Jonne… dies ist die letzte Saison, in der diese sechs Fahrer in einem so hochklassigen und spannenden Wettbewerb gegeneinander antreten. Bitte gebt in Saudi-Arabien noch einmal alles!
P.S.
Herzlichen Glückwunsch an Jari-Matti zum historischen Rallye-Titel! Ich hoffe, dich bald zu sehen und gemeinsam auf diese Meisterschaften anzustoßen!
P.P.S.
Glückwunsch auch an Kamui, Mike und Nyck zum Sieg in Bahrain! Auch dort gab es einen 1-2-Erfolg mit Auto Nr. 8! Und José hat in der GT3 gewonnen! Danke, dass ihr nie aufgegeben habt und weiterkämpft!“
Juha Kankkunen (Stellvertretender Teamchef):
„Das ist erneut ein großartiges Ergebnis für uns – ein weiterer 1-2-3-Erfolg in Japan. Das Duell zwischen Seb und Elfyn war bis zur letzten Prüfung unglaublich spannend mit nur drei Punkten Unterschied zwischen ihnen. Kalle ist etwas zurückgefallen, aber er hat noch eine Chance, und die letzte Rallye in Saudi-Arabien wird zeigen, wer Weltmeister wird. Fantastisch ist auch, dass Sami zum ersten Mal auf dem Podium steht. Er hat einen tollen Job gemacht und sich das absolut verdient.“