WRC 2026 - Schweden - Tag 4<br>
von links nach rechts: Aaron Johnston, Takamoto Katsuta, Scott Martin, Jari-Matti Latvala (Teamchef), Elfyn Evans, Marko Salminen, Sami Pajari
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Toyota feiert historischen 1-2-3-4 Sieg bei der Rallye Schweden

Evans triumphiert erneut im Schnee

Motorsport

Das Wichtigste in Kürze

  • TGR schreibt WRC-Geschichte mit zweitem Podium-Sweep in Folge
  • Evans sichert sich dritten Schweden-Sieg und übernimmt WM-Führung
  • GR Yaris Rally2 siegt mit Korhonen und Suninen auf den Plätzen 1 und 2

Impressionen

Köln. Toyota Gazoo Racing World Rally Team hat bei der Rallye Schweden zum zweiten Mal in Folge alle Podiumsplätze des FIA Rallye-Weltmeisterschaftslaufs 2026 besetzt. Elfyn Evans sicherte sich auf dem Schnee erneut den Sieg und führte einen historischen 1-2-3-4-Erfolg an.

Nach dem Dreifachsieg bei der Rallye Monte-Carlo im vergangenen Monat ist dies das erste Mal seit 2010, dass ein Hersteller bei zwei aufeinanderfolgenden WRC-Veranstaltungen alle Podiumsplätze belegt – damals war es Citroën. Dass dies bei den ersten beiden Läufen einer Saison gelingt, passierte zuletzt 1984, als Audi in Monte Carlo und Schweden triumphierte.

Für Evans und Beifahrer Scott Martin ist es bereits das zweite Jahr in Folge, in dem sie die einzige echte Winterrallye der WRC gewinnen – und insgesamt ihr dritter Triumph in Schweden. Damit zählt der Waliser zu den erfolgreichsten Fahrern dieses Events außerhalb der nordischen Länder. Er zieht mit der Anzahl der Siege von Teamkollege Sébastien Ogier sowie Kenneth Eriksson und Tommi Mäkinen gleich.

Wie schon 2025 entwickelte sich der Sieg zu einem spannenden teaminternen Duell zwischen Evans und Takamoto Katsuta, das bis zum Finaltag andauerte. Nachdem Evans aufgrund schwieriger Schneebedingungen als zweiter Starter auf der Strecke am späten Freitag die Führung an Katsuta abgeben musste, holte er diese am Samstag zurück und ging mit einem Vorsprung von 13,3 Sekunden in die letzte Etappe.

Aus den zwei Sonntagmorgen-Durchgängen der Prüfung Västervik holten Evans und Katsuta jeweils eine Bestzeit. In der abschließenden Power Stage tat Evans genug, um den Sieg mit 14,3 Sekunden Vorsprung zu sichern. Zudem schlug er Katsuta im Super Sunday-Klassement um eine Sekunde und wurde Zweiter in der Power Stage – nur 0,1 Sekunden hinter der Bestzeit. Damit sammelte er starke 34 Punkte und übernahm die Führung in der Gesamtwertung.

Der japanische Fahrer Katsuta, geführt von Beifahrer Aaron Johnston, zeigte erneut seine Stärke auf schnellen, verschneiten Straßen. Er stand zum zweiten Mal in Folge in Schweden auf dem Podium und insgesamt zum achten Mal in seiner WRC-Karriere.

Der junge Finne Sami Pajari glänzte ebenfalls im Winter. Nach einer schwierigen Monte-Carlo beendete er die Rallye gemeinsam mit Beifahrer Marko Salminen auf Rang drei. Mit zwei Prüfungsbestzeiten am Samstag ging Pajari mit lediglich 12,1 Sekunden Rückstand auf Katsuta in den Schlusstag und sicherte am Ende seinen zweiten Podestplatz nach Platz drei bei der Rallye Japan 2025.

Der Schwede Oliver Solberg, der nach seinem beeindruckenden Monte-Carlo-Sieg als WM-Führender zu seinem Heim-Event anreiste, hatte am Freitag als erster Fahrer auf verschneiter Strecke einen herausfordernden Tag. Gemeinsam mit Beifahrer Elliott Edmondson kämpfte er sich zurück und beendete die Rallye auf Platz vier. Zudem sammelte er zusätzliche Punkte als Dritter in der Super Sunday Wertung und als Vierter in der Power Stage – ein starkes Teamergebnis.

Der italienische Fahrer Lorenzo Bertelli genoss erneut das Erlebnis, eine seiner Lieblingsrallyes am Steuer eines GR YARIS Rally1 über das TGR-WRT-Kundenprogramm zu bestreiten. Nach zwei Jahren WRC-Abstinenz feierte er ein enthusiastisches Comeback im Servicepark. Zusammen mit Beifahrer Simone Scattolin erreichte er Rang 15, nachdem er am Freitagmorgen durch einen Reifenschaden Zeit verloren hatte.

Auch in der WRC2-Kategorie gab es für die GR Yaris Rally2-Kundenteams einen Doppelsieg. Roope Korhonen gewann gemeinsam mit Anssi Viinikka im Rautio Motorsport–eingesetzten und von Printsport betreuten Fahrzeug. 10,2 Sekunden dahinter folgte die finnische Crew Teemu Suninen und Janni Hussi im Fahrzeug des Delta Rally-Teams.

Akio Toyoda (TGR-WRT Chairman)

„Elfyn, Scott – herzlichen Glückwunsch, dass ihr nun schon zum zweiten Mal in Folge die Champions der Schneerallye seid!

Elfyn hat den Sieg geholt, Takamoto wurde Zweiter. Ich wollte, dass Elfyn schon früh in der Saison viele Punkte mitnimmt – und gleichzeitig wünsche ich mir, dass Takamoto bald ganz oben auf dem Podium steht ... Mit genau diesen Gefühlen habe ich die Rallye verfolgt, so wie im vergangenen Jahr.

Doch es gab in diesem Jahr einen großen Unterschied zu Schweden 2025: die Leistung unserer jungen Fahrer. Dank Sami auf Platz drei und Oliver auf Platz vier konnten wir dieses 1‑2‑3‑4‑Ergebnis erreichen.

Ich bin sicher, dass Oliver sich bei seiner Heimrallye in Schweden ebenfalls einen Podestplatz erhofft hatte. Er mag enttäuscht sein, aber ich glaube, dass Erfahrungen wie das Eröffnen der Straßen – die Herausforderungen, die ein Spitzenfahrer meistern muss – ihm künftig enorm helfen werden.

Bei Sami denke ich, dass er die Enttäuschung von Monte Carlo abgeschüttelt hat und hochmotiviert in diese Rallye gegangen ist. Dieses Podium wird ihm sicher viel Selbstvertrauen geben.

Und Takamoto – auch wenn man ihn vielleicht nicht mehr unbedingt einen „Youngster“ nennen kann – ich wünsche mir sehr, dass er die Freude und auch die Enttäuschung dieses zweiten Platzes nutzt und beim nächsten Rallye-Einsatz noch stärker zurückkommt.

Selbst für ein Team, das in Finnland zu Hause ist, muss eine Rallye bei solch eisiger Kälte extrem hart gewesen sein. Ich möchte allen für ihren Einsatz danken. In einem Monat steht die Rallye in Kenia an – ein gewaltiger Temperaturwechsel. Ich vertraue darauf, dass Jari-Matti und Juha gut auf das Team achten, und hoffe, dass alle gesund und sicher bleiben.“