Uhr

Halbzeitbilanz der Rallye Dakar: Toyota Gazoo Racing in Schlagdistanz zur Spitze

Al-Attiyah und Navigator Baumel nach sechs Etappen auf Gesamtplatz zwei

Motorsport

Das Wichtigste in Kürze

  • Bereits vier Tagessiege für Toyota Gazoo Racing
  • Al-Attiyah mit weniger als sechs Minuten Rückstand zum Führenden
  • Toyota mit noch drei verbliebenen Fahrzeugen im Rennen

Köln. Nach der ersten Woche der Rallye Dakar 2021 läuft es für Toyota Gazoo Racing weitgehend nach Plan. Die sechste und letzte Etappe vor dem Ruhetag führte die Rallye von Al Qaisumah nach Ha'il. Der gemessene Abschnitt wurde von 448 auf 348 Kilometer verkürzt und begann mit Verspätung, da tags zuvor viele Teilnehmer Schwierigkeiten hatten, die Etappe zu beenden.

Im bestplatzierten Toyota Hilux liegen Nasser Al-Attiyah und sein Navigator Mathieu Baumel mit knapp sechs Minuten Rückstand auf Platz zwei der Gesamtwertung, nachdem sie die sechste Etappe als Drittschnellste abschließen konnten. Giniel de Villiers und Beifahrer Alex Haro eröffneten den Tag nach ihrem Sieg der fünften Etappe, verloren jedoch aufgrund anhaltender Nackenschmerzen bei de Villiers über 22 Minuten; für weitere Zeitverluste sorgten zwei Reifenschäden. Trotzdem konnten sie im Gesamtklassement in die Top Ten vorrücken. Für Shameer Variawa und seinen Co-Piloten Dennis Murphy brachte Tag sechs ein weiteres solides Ergebnis. In der Gesamtwertung rückten die beiden auf Platz 32 vor.

Rückblick:

Prolog

Die Rallye Dakar 2021 begann am 2. Januar mit einem kurzen Prolog vor dem eigentlichen ersten Renntag. Nasser Al-Attiyah und Mathieu Baumel absolvierten diesen in der schnellsten Zeit und durften dadurch die erste Etappe der Rallye am 3. Januar eröffnen. Dakar-Debütant Henk Lategan und Beifahrer Brett Cummings starteten als Siebte in ihre erste gemeinsame Rallye Dakar. Giniel de Villiers und Beifahrer Alex Haro hatten zu Beginn des Prologs ein Problem mit der Gasannahme und kamen als 18. ins Ziel. Ihre Teamkollegen Shameer Variawa und Dennis Murphy belegten Platz 26.

Erste Etappe

De Villiers und Beifahrer Haro konnten die 277 Kilometer lange Eröffnungsetappe als bestes Toyota Duo auf Platz acht abschließen. Bei gleich drei Reifenschäden verloren sie allerdings wertvolle Zeit. Al-Attiyah und Baumel hatten als Erste auf der Strecke Schwierigkeiten und verloren 12:34 Minuten auf die Spitze, sodass sie den ersten Tag auf Platz zehn beendeten. Shameer Variawa und Dennis Murphy, die von der 26. Position aus starteten, zeigten eine solide Leistung und beendeten die erste Etappe als Zwölfte mit 14:59 Minuten Rückstand auf die Gesamtführenden. Henk Lategan und Brett Cummings belegten mit 18:31 Minuten Rückstand auf die Führenden Platz 14. Sie erlitten mehrere Reifenschäden und hatten Schwierigkeiten mit der Navigation, waren aber in einer guten Position für die zweite Etappe, die eine gemessene Strecke von 457 Kilometern zwischen Bisha und Wadi Ad-Dawasir beinhaltete.

Zweite Etappe

Die Sieger der Rallye Dakar 2019, Nasser Al-Attiyah und Mathieu Baumel, erzielten am zweiten Tag ihren ersten Etappensieg. Das starke Ergebnis katapultierte sie auf den dritten Platz in der Gesamtwertung, 9:14 Minuten hinter der Spitze. Nach einer guten Leistung auf der ersten Etappe verloren Giniel de Villiers und Alex Haro aufgrund von Navigationsschwierigkeiten mehr als 45 Minuten und beendeten die Etappe auf Platz 38. Zu allem Überfluss wurden die beiden auch noch für das Verpassen eines Wegpunktes bestraft und beendeten Tag zwei auf dem 23. Gesamtrang. Henk Lategan und Brett Cummings beendeten die zweite Etappe als 14., obwohl sie sich zwischenzeitlich in Dünen festfuhren und Zeit verloren. Durch Navigationsprobleme lagen sie nach Tag zwei auf Platz 16 der Gesamtwertung. Shameer Variawa und Dennis Murphy verloren auf der zweiten Etappe mehr als zwei Stunden, nachdem sie sich kurz vor dem Start des gemessenen Abschnitts im tiefen Dünensand festgefahren hatten.

Dritte Etappe

Al-Attiyah und Baumel holten ihren zweiten Etappensieg in Folge, als sie mit ihrem Toyota Hilux die schnellste Zeit über die 403 Kilometer lange Dünen- und Sandpiste der dritten Etappe fuhren, die in Wadi Ad-Dawasir begann und auch endete. Damit rückten sie auf Platz zwei der Gesamtwertung vor mit einem Rückstand von lediglich rund fünf Minuten. Newcomer Henk Lategan und Beifahrer Brett Cummings erzielten nach einer starken Vorstellung die zweitschnellste Zeit mit nur 2:27 Minuten Rückstand auf die Teamkollegen Al-Attiyah und Baumel. Die beeindruckende Leistung brachte die beiden Rookies auf den siebten Gesamtrang, 47:25 Minuten hinter der Spitze. Dakar-Veteran Giniel de Villiers und Navigator Alex Haro starteten als 17. Auto in die Etappe, was für die angeschlagene Crew weitere Herausforderungen mit sich brachte. Nachdem sie am Vortag mehr als zwei Stunden verloren hatten, brach an ihrem Hilux zu Beginn der dritten Etappe eine Antriebswelle, was sie nicht nur Zeit für die Reparatur kostete, sondern sie auch in den aufgewirbelten Staub der langsameren Konkurrenz fallen ließ. Zwei Reifenschäden taten ihr Übriges und sie verloren 37:47 Minuten. Auch am Toyota Hilux von Shameer Variawa und Dennis Murphy brach früh auf der Etappe eine Antriebswelle, gefolgt von fünf Reifenschäden. Dies alles kostete sie mehr als zwei Stunden, dennoch verbesserten sich die beiden auf Platz 44 der Gesamtwertung.

Vierte Etappe

Die vierte Etappe der Dakar 2021 brachte den dritten Etappensieg in Folge für Nasser Al-Attiyah und Mathieu Baumel. Auf dem 337 Kilometer langen Wertungsabschnitt zwischen Wadi Ad-Dawasir und der saudischen Hauptstadt Riad ließen sie ihren engsten Konkurrenten um elf Sekunden hinter sich und verkürzten sie ihren Rückstand in der Gesamtwertung auf unter fünf Minuten. Henk Lategan und Brett Cummings setzten ihren Teamkollegen Al-Attiyah den ganzen Tag über unter Druck und schlugen den Katari sogar an einigen Wegpunkten. Sie beendeten die Etappe als Dritte mit nur 1:30 Minuten Rückstand auf Al-Attiyah und rückten in der Gesamtwertung auf den vierten Platz vor. Bei Giniel de Villiers und Alex Haro sah es nach erfolglosen Vortagen zunächst nach einem soliden Ergebnis aus. Aufgrund anhaltender Nackenschmerzen bei de Villiers mussten sie in den besonders unwegsamen Abschnitten jedoch das Tempo zusätzlich reduzieren. Außerdem verloren sie gegen Ende der Etappe aufgrund eines Navigationsfehlers Zeit und landeten schließlich auf Platz 15. Shameer Variawa und Dennis Murphy zeigten an Tag vier eine solide Leistung, obwohl sie von einem der hinteren Plätze aus ins Rennen gingen und dadurch im Staub der Lkw und langsamerer Konkurrenten fuhren. Das Duo verlor durch einen Navigationsfehler gegen Ende der Etappe etwas Zeit und verbesserte sich in der Gesamtwertung auf Platz 43.

Fünfte Etappe

Nasser Al-Attiyah und Mathieu Baumel eröffneten erneut den Tag und schlossen die fünfte Etappe als Viertschnellste ab. Die beiden konnten ihren Zeitverlust auf den Gesamtführenden begrenzen und blieben mit 6:11 Minuten Rückstand auf dem zweiten Platz. Giniel de Villiers feierte mit seinem Beifahrer Alex Haro ein beeindruckendes Comeback und gewann die fünfte Etappe der Dakar 2021. Sie starteten als 22. Auto in den Tag und nutzten diese Ausgangsposition, um die Etappe mit fast einer Minute Vorsprung zu gewinnen und in der Gesamtwertung von Platz 22 auf Platz zwölf vorzurücken. Henk Lategan und Brett Cummings, die auf den Etappen drei und vier beeindruckt hatten, schieden nach einem Unfall bei Kilometer 19 aus der Rallye aus. Nach einem ersten medizinischen Check durch das Ärzteteam der Rallye wurde Lategan zur weiteren medizinischen Behandlung seiner Schulter nach Riad transportiert. Shameer Variawa und Co-Pilot Dennis Murphy zeigten auch auf der fünften Etappe eine solide Leistung, auch wenn sie erneut von einem der hinteren Plätze starten mussten. Sie beendeten die Etappe als 28. und verbesserten sich in der Gesamtwertung von Platz 43 auf 38, obwohl sie zwei Reifenschäden erlitten und mit begrenzter Motorleistung zu kämpfen hatten, die ihr Vorankommen in den Dünen erschwerte.

Halbzeit nach der sechsten Etappe

Den Ruhetag nutzen die Technik-Crews von Toyota Gazoo Racing, um die verbliebenen drei Fahrzeuge zu zerlegen, Verschleißteile auszutauschen und die Autos in Vorbereitung auf die siebte Etappe wieder zusammenzubauen. Nach dem Ruhetag wartet die Marathonetappe der diesjährigen Rallye Dakar auf die Teams, die von Ha'il nach Sakaka führt – eine zermürbende, 471 Kilometer lange Strecke über Sandberge und 100 Kilometer hügeliges Terrain. Anschließend müssen die Fahrerteams ihre Autos ohne Hilfe der technischen Crews selbst warten, bevor sie die achte Etappe von Sakaka nach Neom in Angriff nehmen, wo abermals 375 Kilometer sandiges Terrain und steinige Pisten auf dem Programm stehen. Nach der Marathonetappe folgen vier weitere Renntage, bevor die Dakar 2021 am 15. Januar in Jeddah endet.

Glyn Hall, Teamchef von Toyota Gazoo Racing: „Heute war ein ziemlich guter Tag für das Team. Nasser konnte Stéphane Peterhansel etwas Zeit abnehmen, aber ein Reifenschaden kurz vor dem Ende hat ihn wahrscheinlich den Großteil der Zeit gekostet, die er zuvor auf der Etappe gewonnen hatte. Giniel hatte zwei Reifenschäden, aber sein größtes Problem war sein Nacken, der ihm immer noch große Schmerzen bereitet. Shameer konnte heute trotz eines Reifenschadens überzeugen. Ich habe ihm den 15. Platz als Ziel gesetzt, um ihn für eine gute Position auf der Marathonetappe vorzubereiten. Er kam schließlich als 16. ins Ziel, womit ich sehr zufrieden bin. Wir sind froh, dass wir mit drei Autos hier sind und keine ernsthaften mechanischen Probleme haben. Am morgigen Ruhetag machen wir unsere Autos wieder fit, um für die letzte Woche des Rennens bestens vorbereitet zu sein.“