Flying Finn Pajari triumphiert mit Heimsieg für das TGR-WRT
Zwei Wochen nach Estland gewinnt Sami Pajari auch die Rallye Finnland und führt Toyota beim Heimspiel zum Dreifachsieg
Das Wichtigste in Kürze
- Sami Pajari feiert mit dem 200. Erfolg eines finnischen Fahrers seinen zweiten WRC-Sieg in Folge und schreibt Geschichte
- Toyota gelingt beim Heimspiel in Finnland ein Dreifachsieg mit Pajari vor Solberg und Evans
- Elfyn Evans baut seine Führung in der Fahrerwertung aus während Toyota in der Herstellerwertung auf 174 Punkte davonzieht
Köln. Auf heimischen Straßen triumphiert Sami Pajari, Fahrer des Toyota Gazoo Racing World Rally Teams für sich und sein Team bei der Rallye Finnland, er hat damit seinen zweiten Sieg in Folge in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) errungen.
Der Sieg des 24-Jährigen an der Seite von Beifahrer Marko Salminen folgt nur zwei Wochen nach ihrem ersten Erfolg bei der Rallye Estland. Es ist der 200. Sieg eines finnischen Fahrers in der WRC, und das ausgerechnet bei der Jubiläumsausgabe zum 75-jährigen Bestehen der Rallye Finnland.
Sébastien Ogier und Julien Ingrassia, die in Abwesenheit des Stammbeifahrers Vincent Landais erstmals seit fast fünf Jahren wieder gemeinsam im Wettbewerb antraten, führten die Rallye mit einer beeindruckenden Leistung von der ersten Waldprüfung am Freitagmorgen bis zur WP17 am Samstagnachmittag an, als sie von der Straße abkamen und schwer verunfallten.
Nach einer Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus wurden Ogier und Ingrassia am Sonntagmorgen entlassen und konnten nach Hause zurückkehren. Sowohl die Crew als auch das Team möchten sich bei allen Beteiligten von den medizinischen Teams bis hin zu den Fans für ihre Unterstützung und die Genesungswünsche bedanken.
Nachdem Pajari trotz zeitweiliger Verluste bei den anspruchsvollen Wetterbedingungen am Freitagnachmittag eine starke und konstante Rallye mit sechs Bestzeiten gefahren war, übernahm er am Ende des Samstags die Führung und ging mit einem Vorsprung von 46,4 Sekunden in den letzten Tag. Erneut ließ er sich von der Bedeutung des möglichen Ergebnisses nicht beeindrucken und wählte bei den beiden Sonntagsdurchgängen der Prüfung Himos-Jämsa, mit 30,02 Kilometern die längste Wertungsprüfung der Rallye, einen sichereren Ansatz, um den Sieg mit 26,7 Sekunden Vorsprung abzusichern.
Oliver Solberg und Beifahrer Elliott Edmondson wurden mit einer weiteren clever gefahrenen Rallye zum zweiten Mal in Folge Zweiter, nachdem sie am Freitag bei den extremsten Nässebedingungen fast eine Minute eingebüßt hatten. Solberg konnte trotz Rückenschmerzen nach einer harten Landung im ersten Durchgang die Super-Sunday-Wertung für sich entscheiden.
Elfyn Evans und Scott Martin komplettierten als Dritte den Podiums-Dreifachsieg und bauten damit ihre Führung in der Meisterschaft aus. Sie hatten am Ende des Samstagmorgens auf Gesamtrang zwei gelegen, bevor sie sich überschlugen und sich am Nachmittag im reparierten Fahrzeug zurück in die Top drei kämpften. Evans wurde im Anschluss Zweiter der Super-Sunday-Wertung und gewann die Power Stage mit nur 0,025 Sekunden Vorsprung vor Solberg. Evans führt die Fahrerwertung nun mit 30 Punkten Vorsprung vor Pajari an, der auf Rang zwei vorrückt.
Takamoto Katsuta und Aaron Johnston beendeten die Rallye auf Gesamtrang sechs. Nachdem sie im Freitagsregen bei eingeschränkter Sicht zwei Minuten verloren hatten, lagen sie auf Kurs Richtung Platz fünf, fielen jedoch zurück, als sie in der letzten Prüfung der Rallye einen Baum berührten. Katsuta liegt nun auf Rang drei der Meisterschaft, 41 Punkte hinter der Spitze, gefolgt von Solberg auf Platz vier und Ogier auf Platz fünf.
Auch weil Pajari unter dem separaten TGR-WRT2-Banner punktet, baut das TGR-WRT seine Führung in der Herstellermeisterschaft auf 174 Punkte aus.
Teamchef Jari-Matti Latvala gewann auf heimischen Straßen seine Klasse und belegte im GR Yaris Rally2 an der Seite von Testfahrer Juho Hänninen Gesamtrang acht. Das ebenfalls im GR Yaris Rally2 startende Duo Teemu Suninen und Janni Hussi wurde Zweiter der WRC2, in der Jaspar Vaher aus dem TGR WRC Challenge Program mit Beifahrer Rait Jansen einen starken vierten Platz belegte.
Sami Pajari (Fahrer Fahrzeug 5): „Es fühlt sich einfach unglaublich an, die Rallye Finnland zu gewinnen. Es ist ein weiteres Traumergebnis für uns. Der erste Sieg in Estland war schon eine große Sache, aber zu Hause zu gewinnen ist immer etwas Besonderes. Für finnische Fahrer war ein Heimsieg nicht immer einfach, aber irgendwie haben wir es nach einer verrückten Rallye geschafft. Diese hier war härter und intensiver als Estland; es war ein wirklich enger Kampf mit Seb und Elfyn und wir fuhren über weite Strecken der Rallye sehr ähnliche Zeiten. Ein Sieger der ‚1000 Seen‘ zu sein, ist unglaublich. Marko und ich sind damit aufgewachsen, legendären Fahrern bei ihren Siegen hier zuzusehen, und jetzt stehen wir selbst ganz oben auf dem Podium; es ist verrückt. Ein großes Dankeschön an das Team und die Fans für all ihre Unterstützung.“