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Die Ästhetik des Einfachen

Japanisches Design heute

Lexus

Impressionen


"Japanisches Design ist großartig. Diese Schlichtheit und Präzision, asketische Zurückhaltung und Ruhe, dabei Liebe zum Detail und zur Verarbeitung. Diese berückenden Oberflächen, die perfekte Balance von Material und Leere!" befand "Die Zeit" im September 2003. Eine großartige Hommage an Design aus Nippon, ohne jedoch zu erklären, was genau japanisches Design ist und wo man es im Alltag trifft.

Die Internetsuchmaschine Google nennt unter dem Stichwort "japanisches Design" in erster Linie Texte über japanische Messer. Daraus abzuleiten, die Vorbildwirkung japanischer Designer beschränke sich auf edle Haushaltsgegenstände, greift zu kurz. Gleichwohl ist das Messer ein gutes Beispiel für "Wabi-Sabi", einen der Grundbegriffe für traditionelle japanische Gestaltungsweisen. Das Eindeutschen von "Wabi-Sabi" fällt schwer, wie so oft bei japanischen Begriffen. "Wabi-Sabi" reduziert die Dinge auf das Wesentliche und nutzt naturbelassene Rohstoffe, um die Vergänglichkeit aller Materie zu betonen. Im Falle unseres Messers ist es die immer gleiche Form der Schneide aus extrem scharfen, aber eben nicht rostfreiem Stahl und Holz oder Bambus als Griff: hohe Funktionalität, gepaart mit Vergänglichkeit, wenn man dem Objekt nicht die erforderliche Sorgfalt und Ehrfurcht entgegen bringt.

Will man japanisches Design verstehen, nutzt ein Blick auf die Vergangenheit der Insel. Japanische Kultur ist schon seit Jahrhunderten darauf ausgerichtet, ihre Traditionen zu bewahren und dabei neue Einflüsse zuassimilieren. Angefangen vom Miteinander der Religionen Shintoismus und Buddhismus bis hin zum Einfluss westlicher Kultur und Technik in der Neuzeit. Der Bezug zu natürlichen Materialien und die Detailverliebtheit japanischer Designer geht beispielsweise auf die Ästhetik des Shintoismus und seiner Verehrung der Fülle und Vielfalt der Natur zurück.

Des Buddhismus trägt die spirituellen Weltsicht, die Schlichtheit und die Askese zur japanischen Ästhetik bei. In der Reduktion auf das Wesentliche weist japanisches Design klare Parallelen zu den Gestaltungsprinzipien der Bauhaus Gruppe aus den zwanziger Jahren auf.

Ein wichtiges Element japanischer Gestaltungskunst ist "Ma", wörtlich übersetzt der Zwischenraum oder die Leere, denn erst durch diese wird die Gestaltung harmonisch und spannend zugleich. Ähnlich wie eine Instrumenten-Pause die Musik sogar betonen kann, sorgt "Ma" für eine Akzentuierung des Designs. "Hazushi" ist ein weiterer Begriff zum Verständnis der Gestaltungskunst Nippons.

Wahei Hirai, der Designchef des Toyota Konzerns, wendet Hazushi - wörtlich übersetzt "etwas Dramatisches geschieht" - an, um kleine Ungleichgewichte ins Autodesign zu bringen. Wenn etwa die Seitenkante einer Linienführung in eine Leuchte hinein, aber nicht wieder heraus führt und damit den Erwartungen zuwider läuft, ist "Hazushi" im Spiel.

"Die Zeit", die vor drei Jahren voll des Lobes über das Japan-Design war, bemängelte im gleichen Artikel allerdings das Fehlen eines eigenständig-japanischen Autodesigns. Die L-finesse Philosophie von Lexus sorgt dafür, dass dieser Vorwurf nicht länger aufrecht erhalten werden kann.