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Toyota in Europa auf Wachtumskurs

Investitionen und Straffung der Logistikströme

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Toyota in Europa auf Wachtumskurs
Toyota in Europa auf Wachtumskurs
Eine der Kernstrategien der Toyota Motor Corporation ist die Produktion von Fahrzeugen dort, wo sie verkauft werden, ist. 41 Produktionsstandorte in 24 Ländern belegen die Konsequenz, mit der diese Strategie der Globalisierung verfolgt wird. So auch in Europa. Hier läuft derzeit das größte Investitionsprogramm seit dem Einstieg Toyotas in den europäischen Markt vor mehr als drei Jahrzehnten. Dies hat auch eine Neuausrichtung der logistischen Warenströme zur Folge.

Mit über 42 Prozent Marktanteil auf dem heimischen Markt und fast zehn Prozent in den USA ist Toyota in zwei der drei wichtigsten Automobilmärkte der Welt hervorragend vertreten. Auch in Europa ist Toyota - trotz eines rückläufigen Gesamtmarktes - auf dem besten Wege, das fünfte Rekordjahr in Folge mit mehr als 655.000 Einheiten zu schreiben. Das Ziel für das Jahr 2005 - fünf Prozent Marktanteil und 800.000 verkaufte Autos - ist mehr als realistisch; weiteres Wachstum darüber hinaus nicht ausgeschlossen.

Ein Feuerwerk an Neueinführungen von Fahrzeugen und modernsten Benzin- und Diesel-Motoren - Toyota hat eine der jüngsten Modellpaletten auf dem europäischen Markt - sowie die starke europäische Ausrichtung der neuen Autos sind die Basis für diesen Erfolg. Flankiert wird diese Produktoffensive durch zahlreiche Investitionen in Entwicklungs- und Produktionsstätten in Europa gemäß der weltweiten Lokalisierungs-Strategie von Toyota.

In den Montagewerken im englischen Burnaston (seit 1992) und im französischen Valenciennes (seit 2001) werden die Volumenmodelle Avensis, Corolla sowie Yaris gebaut. Sowohl im englischen wie im französischen Werk werden die Kapazitäten derzeit ausgebaut. So werden ab 2002 rund 220.000 Avensis und Corolla aus Burnaston kommen und ab 2003 etwa 180.000 Yaris aus Valenciennes. Zeitgleich wird das Montagewerk in der Türkei ausgebaut und liefert künftig 100.000 Corolla Modelle pro Jahr. Von dort kommen ab 2002 die Limousine und später der Combi auf den europäischen Markt.

Wesentlichen Anteil am optischen Auftritt der neuen Modelle hat das Europäische Designcenter ED2, das im Mai 2000 neue Einrichtungen im Wissenschaftspark Sophia Antipolis in der Nähe von Nizza bezog. Es zeichnet nicht nur für den Yaris, sondern unter anderem auch für den Avensis Verso, Lexus SC430 und den jüngst auf der IAA präsentierten neuen Corolla verantwortlich.

Auch die Aggregateproduktion in Europa wächst zügig. So wird derzeit das Motorenwerk im walisischen Deeside von 185.000 auf 400.000 Einheiten ab 2003 erweitert. Gleichzeitig wird am Produktionsstandort Valenciennes die Montage von 150.000 Benzin- und 30.000 modernen Dieselmotoren vorbereitet, die ab Mitte 2002 bzw. Anfang 2003 starten soll. Das im Bau befindliche Getriebewerk in Polen wird 2002 den Betrieb aufnehmen und 250.000 manuelle Getriebe für Europa produzieren.

Alles in allem wird Toyota ab 2003 über 400.000 Fahrzeuge, 400.000 Motoren und 250.000 Getriebe in Europa fertigen. Darüber hinaus steht die Entscheidung für einen weiteren Produktionsstandort in Europa an, wo ab 2005 in Kooperation mit der PSA-Gruppe ein neuer Kleinwagen in einer Stückzahl von 300.000 gebaut werden wird.

Die Toyota Wachstums-Strategie für Europa beinhaltet zwangsläufig eine Straffung der Fahrzeug- und Teilelogistik, die bis vor kurzem vorwiegend in den Händen der einzelnen Importeure lag. Um europaweite Standards einzuführen, Kundenwünschen flexibler entgegen kommen zu können und die gesamte Logistik effizienter zu gestalten, wird hier eine zentrale Ausrichtung erfolgen.

Die Teile- und Zubehörversorgung für die Benelux-Länder, Frankreich, Skandinavien, Finnland, Österreich, Tschechien, Slowakei und Ungarn wird im Laufe des kommenden Jahres komplett in die Verantwortung der Toyota-Zentrale in Europa, Toyota Motor Europe Marketing and Engineering (TMME) mit Sitz in Brüssel, übergegangen sein. Neben dem Toyota-Zentrallager im belgischen Diest gewährleisten dann auch weiterhin regionale Lagerstützpunkte den 24-Stunden-Lieferservice in Europa. Die 700 Handelsstandorte in Deutschland werden ab Mitte kommenden Jahres ausschließlich vom Zentrallager am Toyota Deutschland Standort Köln beliefert.

Auch der Im- und Export der Neufahrzeuge wird in absehbarer Zeit europaweit durch TMME gesteuert. Eine Projektgruppe untersucht nicht nur Möglichkeiten über einen künftigen Zugangshafen für die nordischen Länder, sondern auch, welche Länder über die Benelux-Staaten hinaus durch den Hafen von Zeebrugge (Belgien) beliefert werden sollen. TMME hat dort im Juli diesen Jahres ein 250.000 Quadratmeter großes Betriebsgelände mit Lagerkapazitäten für 10.000 Fahrzeuge eingerichtet.