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Toyota in Deutschland: Zwei Millionen Autos verkauft

Übergabe des Jubiläumsfahrzeugs in Berlin

Unternehmen
Toyota in Deutschland: Zwei Millionen Autos verkauft
Toyota in Deutschland: Zwei Millionen Autos verkauft
Applaus für Doris Marquardt, die Ärztin aus Berlin-Hohenschönhausen, und ihren nagelneuen silberfarbenen Corolla. Beide standen gestern im Mittelpunkt einer Feier im Berliner Kaisersaal: bei der Übergabe des zweimillionsten Toyota in Deutschland an seine stolze Besitzerin. Doris Marquardt hat den 1,6-Liter-Dreitürer in der Marzahner Filiale des größten Toyota-Autohauses der Hauptstadt, der M.C.F. Motor Company, bestellt und bekam nun die Schlüssel aus der Hand des Toyota Deutschland Geschäftsführers Hans Halbach sowie des M.C.F.-Inhabers Detlef Slupinski überreicht. Doris Marquardt und ihre ebenfalls anwesende Tochter Julia konnten sich außerdem über den Gutschein für eine gemeinsame Städtereise nach Lissabon sowie über eine Freisprecheinrichtung für ihren Corolla und ein neues Mobiltelefon freuen.

Das Handelsunternehmen M.C.F. Motor Company verkauft seit 1976 in der Bundeshauptstadt Fahrzeuge der Marke Toyota. In sechs Berliner und zwei Brandenburger Standorten vermarktet das Unternehmen von Detlef Slupinski mit rund 250 Mitarbeitern jährlich fast 2.000 Neufahrzeuge.

Im Jahr 1971 begann die Toyota-Vertrieb GmbH in Köln mit dem Import der damals hierzulande noch völlig unbekannten Toyota Fahrzeuge. 883 Käufer fanden sich im Startjahr, den ersten Corolla in Deutschland verkauften damals Lydia und Karl Walterscheidt (Bergisch Gladbach). Jahre später kaufte ihn der Toyota-Händler zurück und restaurierte ihn aufwendig. Bei der Übergabe des zweimillionsten Toyota war der Oldtimer nun ebenfalls dabei.

Der Corolla spielte für den Erfolg Toyotas in Deutschland die entscheidende Rolle, fanden sich doch hier seit 1971 rund 790.000 Kunden für die meistverkaufte Modellreihe der Welt. Die Zahl der Käufer seit seiner Einführung 1966 übersteigt weltweit mittlerweile 30 Millionen und liegt damit deutlich vor dem Ford T-Modell, dem VW Käfer und dem VW Golf. Der Corolla wird heute in 15 Ländern der Erde gebaut. In Europa verkaufte Versionen kommen heute zum größten Teil aus den Toyota-Produktionsstätten in England - wie auch das Jubiläumsauto - und der Türkei.

Die Anfänge von Toyota in Europa und Deutschland waren nicht leicht, mußten sich Autos japanischer Herkunft doch gegen eine Bastion großer und starker heimischer Hersteller behaupten. Doch die stetig steigenden Verkaufszahlen schon in den frühen 70-er Jahren - 1973 fanden sich bereits über 10.000 Kunden - gaben den Pionieren Recht. Durch die Pleite der Herstatt-Bank im Jahr darauf von der Zahlungsunfähigkeit bedroht, wurde das junge Unternehmen als 100-prozentige Tochter in den Toyota-Konzern integriert und 1976 in Toyota Deutschland GmbH umbenannt. 1979 folgte der Umzug in die heutige Toyota-Zentrale in Köln-Marsdorf, wo heute auch die Toyota Financial Services Deutschland sowie die Toyota Motorsport GmbH mit der einzigen deutschen Formel-1-Schmiede ihren Sitz haben.

Toyota Deutschland ist heute nicht nur der stärkste Importeur japanischer Herkunft in Deutschland, sondern auch die Nummer 3 aller Importeure und mit rund 52.500 verkauften Fahrzeugen im ersten Halbjahr 2002 auf dem besten Weg, in diesem Jahr über 100.000 Autos zu verkaufen. Der aktuelle Marktanteil von 3,1 Prozent wird damit weiter gefestigt. Rund 700 Handelsbetriebe besorgen den Service der 1,17 Millionen Toyota-Fahrzeuge, die aktuell auf deutschen Straßen unterwegs sind.

Als Tochter des drittgrößten Automobilherstellers der Welt, der Toyota Motor Corporation, steht Toyota Deutschland nach wie vor für eine der wichtigsten Marketing- und Vertriebsorganisationen von Toyota in Europa, wo das Unternehmen mittlerweile 4,5 Prozent Marktanteil hält und in diesem Jahr voraussichtlich über 740.000 Fahrzeuge verkaufen wird. Die Eckpfeiler dieses Erfolgs sind neben der hervorragenden Modellpalette der beiden Marken Toyota und Lexus - vom Kleinwagen bis zur Luxuslimousine und vom Sportroadster bis zum Offroader - die Investitionen in den Standort Europa. So gibt es heute drei Produktionsstätten in Valenciennes (Frankreich), Burnaston (England) und Sakarya (Türkei), eine vierte entsteht als Joint Venture mit PSA in der Tschechischen Republik. Darüber hinaus gibt es ein Getriebewerk in Polen (Walbrzych), Motorenfertigung in Wales (Deeside), Frankreich (Valenciennes) und bald auch in Polen (Walbrzych, ab 2004) sowie ein Designcenter in Sofia-Antipolis nahe Nizza.