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Hybrid-Newsletter

Ausgabe 04/2005

Die deutsche Industrie entdeckt den Hybridantrieb

Nach langer Zurückhaltung und teils offener Ablehnung hat nun auch die deutsche Automobilindustrie ernsthaft mit der Entwicklung von Hybridantrieben begonnen. Die IAA in Frankfurt war der Auftakt für eine Aufholjagd, an deren Ende in zwei bis drei Jahren die ersten Serienmodelle stehen sollen. DaimlerChrysler, General Motors und jetzt auch BMW haben dafür eine Zusammenarbeit geschmiedet. Volkswagen ist unterdessen gemeinsam mit der chinesischen Tongji Universität eine Entwicklungspartnerschaft eingegangen, um im Olympiajahr 2008 die ersten umweltfreundlichen Modelle auf den Markt zu rollen. Die Konzerntochter Audi plant in den nächsten beiden Jahren die Vorstellung eines Hybridmodells. Neben den Herstellern kommt die Hybridentwicklung auch bei den Zulieferern ins Rollen. So kooperiert der Getriebespezialist ZF mit dem Fahrwerks- und Reifenexperten Continental, um, so ein Firmensprecher, in gut zwei Jahren interessierten Partnern ("die ersten haben bereits angeklopft") eine Hybridlösung anbieten zu können. Die Partner sehen den Hybridantrieb "als den richtigen Weg zu einer Mobilität, die sich von Verbrennungsmotoren und den Verbrauch fossiler Brennstoffe weiterentwickelt zu einem dynamischen und umweltfreundlichen Fahren." Die beiden Unternehmen entwickeln dabei drei Varianten: einen Micro-Hybrid, der sich überwiegend auf die Start-Stopp Automatik beschränkt. In der Mild-Hybrid-Version ist auch das Fahren im Elektromodus möglich. Der Vollhybrid der Entwicklungspartnerschaft ist mit einem ZFSechsgang-Automatikgetriebe gekoppelt und ermöglicht neben dem elektrischen Anfahren, Fahrten im Elektromodus, Boosten und Energierückgewinnung beim Bremsen und Verzögern.