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Hybrid-Newsletter

Ausgabe 05/2008

Toyota Logo
Köln. Angesichts des Klimawandels und der zunehmenden Verteuerung fossiler Energieträger sieht die Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) in extern aufladbaren Hybridfahrzeugen (Plug-In Hybride) neben reinen Elektrofahrzeugen einen sinnvollen Weg in eine nachhaltige Mobilität. In der Studie "Plugged in: The End of the Oil Age" kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass Fahrzeuge, die vollständig oder teilweise aus dem Stromnetz gespeist werden, wesentlich effektiver arbeiten und weniger Treibhausgase in die Atmosphäre abgeben als viele "so genannte alternative Kraftstoffe wie zum Beispiel Treibstoffe aus Kohle, die bei ihrer Herstellung viel Energie benötigen, dabei die Umwelt belasten und bisher nur bei Energienotständen produziert wurden", erklärt Gary Kendall, einer der Autoren.

Kendall, der neun Jahre in der Ölindustrie gearbeitet hat, bevor er sich dem WWF anschloss, führt weiter aus, noch in diesem Jahr werde der weltweite Rohölverbrauch auf 1000 Barrel pro Sekunde ansteigen - und zieht daraus die Konsequenz: "Der Autoverkehr ist reif für eine Veränderung. Wir müssen die Verbreitung von Fahrzeugen, die unterschiedliche Primärenergiesorten nutzen und im Einklang mit einer nachhaltigen Energiezukunft stehen, beschleunigen. Die Elektrifizierung des Autoverkehrs ist ein viel versprechender Weg, dieses Ziel zu erreichen."

Die ersten Plug-in Prototypen von Toyota laufen bereits in Japan und Frankreich, wo das Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem französischen Energieunternehmen Electricité de France (EDF) nach Wegen sucht, "praktische Lösungen für die Vermarktung der neuen Technik zu suchen." Dabei geht es vor allem um die Entwicklung einer innovativen Technik zum Aufladen der Batterien und Verfahren für die spätere Abrechnung des bezogenen Stroms. Toyota unterstützt diesen Großversuch auch im Interesse mitzuhelfen, die beste Lösung für den Kunden zu entwickeln.

Bei einer größeren Verbreitung extern aufladbarer Hybridmodelle (mit einer Reichweite im Elektromodus zwischen 50 und 100 Kilometer) und entsprechender öffentlicher Ladestationen, so das Szenario der WWF-Studie, könnten "viele Tankstopps eingespart werden" - mit direkten Auswirkungen auf den Energiemarkt: "Wenn eine ausreichend große Zahl von Fahrzeugen an das Stromnetz angeschlossen werden könnte, würde die Herrschaft der Ölindustrie über den Straßenverkehr zerbrechen, der Rohölpreis im Laufe der Zeit nachgeben und sich auf dem Niveau des elektrischen Gegenstücks einpendeln," prophezeit die WWF-Studie. Ein Plug-in Prius, so die WWF-Rechnung, käme danach im Mischbetrieb auf einen Benzinerbrauch von 2,5 Litern auf 100 Kilometer. In Europa liegt der Durchschnittsverbrauch zurzeit bei rund 6,5 Litern. Mit einer eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach könnten Endverbraucher ihre Energiekosten noch weiter senken.

Und welche Auswirkung hätte eine massenhafte Verbreitung der Technik auf die Energieversorgung? Nach den Berechnungen der Studie würden eine Million Plug-In Hybride im Jahr 1,5 Terawattstunden (1 TW = eine Billion Watt) Strom verbrauchen. Das klingt viel, doch angesichts eines Verbrauchs von 585 TWh (im Jahr 2005) beanspruchten die Plug-ins gerade 0,25 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs in Deutschland.

Erfolgreiche Prius-Sternfahrt
Im März vom Nordkap aus quer durch Skandinavien nach Süden zu fahren - das bedeutet tiefe Temperaturen von unter minus 20 Grad, lange Strecken über Eis und Schnee, plötzlich auftauchende Rentierherden in der Nacht, stundenlange Fahrten durch weite, einsame Landschaften und flackernde Polarlichter als gespenstische Begleiter. Das Ziel dieser fast 4000 Kilometer langen Fahrt im Toyota Prius war die Messe "Auto Mobil International" (AMI) in Leipzig. Gleichzeitig brachen zwei weitere Toyota Prius an den westlichsten und südlichsten Enden Europas in Portugal (Cabo da Roca) und Griechenland (Kap Tenaro) auf, um die Alltagstauglichkeit und das CO2-Sparpotenzial des Hybrid-Antriebs in der Praxis zu unterstreichen.

Hinter dem Lenkrad der völlig serienmäßigen Fahrzeuge saßen unabhängige Journalisten, die den Verbrauch exakt dokumentierten. Nach insgesamt 10.000 Kilometern bei vollkommen unterschiedlichen Straßenverhältnissen erreichte die Flotte einen Verbrauch von 4,8 Litern und emittierte so gegenüber konventionellen Fahrzeugen europäischer Herkunft, die im Schnitt 160 Gramm Kohlendioxid ausstoßen, fast eine halbe Tonne Kohlendioxid oder 250.000 Liter CO2-Volumen weniger.

Besonders anspruchsvoll war die Aufgabe für den Prius, der am Nordkap startete. Dort zeigte sich der Hybrid-Bestseller auf der Fahrt über verschneite und vereiste Straßen von seiner winterharten Seite. Wo andere Fahrzeuge auf Schneeketten angewiesen waren, um hinter einem Schneepflug das zu dieser Jahreszeit noch für den Besucherverkehr geschlossene Nordkap zu erreichen, zog der Prius unbeeindruckt dank seiner fein regelnden Antriebsschlupfregelung Spuren durch den Schnee. "Der Prius ist ein zuverlässiges und sehr bequemes Reise-Auto, nur viel sparsamer als andere", zog Sternfahrt-Teilnehmer Frank Franke am Ende der Fahrt ein positives Fazit. Unter www.prius-sternfahrt.de können die einzelnen Etappen der Prius-Sternfahrt mit eindrucksvollen Bildern und O-Tönen nachverfolgt werden.

Hybrid in der Formel 1: Mehr ist möglich
In der Formel 1 soll von der kommenden Saison an das KERS-System zur Energierückgewinnung in das Reglement aufgenommen werden, um so den Motorsport nach und nach auf einen "grünen" Kurs zu bringen. Toyotas Formel-1 Motorenchef Luca Marmorini gehen diese Pläne nicht weit genug. In einem Interview mit dem italienischen Magazin "Autosprint" erklärte der Ingenieur: "Die Anwendung der Energierückgewinnung hat mich erstaunt, denn das System, das die FIA gewählt hat, ist eher primitiv." Und: "In der Autoindustrie gibt es bessere Systeme." Die von der FIA definierte Lösung liegt, so Marmorini, "um Welten hinter dem zurück, was bei einigen unserer Straßenautos bereits Standard ist."

Marmorini verweist auf den Supra HV-R, der im Jahr 2007 das 24-Stunden-Rennen von Tokachi gewonnen hat. "Der Supra holt 70 Prozent der beim Bremsen eigentlich vernichteten Energie zurück. Das System in der Formel 1 kommt auf gerade 20 Prozent." Marmorini favorisiert daher dieses System mit Hochleistungskondensatoren und Radnabenmotoren an der Vorderachse. "Das Potenzial des Hybrid-Antriebs ist immens, aber die von der FIA bevorzugte Lösung beschränkt sich darauf, die Energie aus den Hinterrädern zu holen. Die Parameter", so Marmorini, "sollten größer sein."

Unterstützung findet Marmorini beim ehemaligen Ferrari-Designer Mauro Forghieri: "Die Energierückgewinnung und die Beimischung von Biosprit sind tolle Ideen, aber man sollte einen viel extremeren Weg gehen. Man könnte einfach eine maximale Energie definieren, die zur Verfügung stehen soll. Dann könnten die Techniker mit allen Freiheiten nach den besten und intelligentesten Möglichkeiten suchen."

Verbrauchfanatiker unter sich
Der Toyota Prius gehört mit einem Norm-Verbrauch von 4,3 Litern auf 100 Kilometern und einem CO2-Ausstoß von 104 g/km zu den sparsamsten und umweltverträglichsten Automobilen auf dem Markt. Einigen Zeitgenossen in Japan reichen diese Werte allerdings nicht, und so hat sich dort eine Bewegung entwickelt, die sich ganz dem Ziel verschrieben haben, mit möglichst wenig Benzin möglichst weit zu kommen. Dazu gehören Menschen wie der Manager Takashi Toya, der seinen Prius mit speziellen Reifen ausgerüstet und die Kühlöffnungen mit Schaumstoff abgedeckt hat. Zusätzlich fährt Toya grundsätzlich ohne Schuhe und gibt bei Bedarf lediglich mit seinem großen Zeh Gas. Toya gehört zu den so genannten Nenpimania (Verbrauchsfanatiker), die den Prius auf einen Verbrauch von drei Litern und weniger bringen und versuchen, sich darin gegenseitig zu unterbieten.

"Meine Frau", so Toya, "glaubt, dass ich einer seltsamen Sekte angehöre", berichtete Toya auf einem Treffen Gleichgesinnter in Nagoya. Der Manager wechselte von einem Sportwagen zum Hybrid, um den "Spaß an der Leistung gegen den Spaß an einem minimalen Verbrauch zu tauschen." Schon 17 Mal, so berichtete Toya der "International Herald Tribune", gelang ihm das Kunststück, seinen Prius auf eine Reichweite 1600 Kilometern zu bringen, was einem Verbrauch von 2,94 Litern entspricht. Dabei ist Toya nicht einmal der beste unter den Nenpimanias. Eine Frau mit dem Spitznamen "Teddy Girl" brachte es auf einen Verbrauch von rund zwei Litern. Um diese Werte zu erreichen, lassen die Nenpimania über möglichst weite Strecken im E-Modus gleiten und geben nur so viel Gas, dass sie nicht zu mobilen Verkehrshindernissen werden. Zusätzlich nutzen die Experten zusätzliche, von Technikspezialisten entwickelte Tricks und greifen in die Motorelektronik ein, um optimale Verbrauchswerte zu erreichen. Toyota empfiehlt dies bei aller Liebe zur Umwelt nicht zur Nachahmung.

Umweltfreundlichkeit ist Kunden einen Aufpreis wert
Die Umweltthematik schlägt sich inzwischen auch beim Konsumverhalten der deutschen Verbraucher nieder. Nach einer Umfrage der Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger (KÜS) sind 83 Prozent der potenziellen Autokäufer bereit, ab 20 Prozent weniger CO2-Austoß mehr Geld für ein Fahrzeug auszugeben. "Umweltfreundlichkeit" ist für 95 Prozent der Befragten ein entscheidendes Kaufargument.

Prius Produktion verdoppelt
Nach einem Bericht der japanischen Nachrichtenagentur "Nikkei English News" plant Toyota im kommenden Jahr, die Produktion des Prius auf 540.000 Einheiten auszuweiten. Das entspräche annähernd einer Verdopplung der Produktion innerhalb von zwei Jahren. Im vergangenen Jahr produzierte Toyota 280.000 Exemplare des Hybrid-Bestsellers.

Hybrid bei Olympia
Insgesamt 500 Hybrid-Automobile werden während der Olympischen Sommerspiele in Peking eingesetzt. Der chinesische Technologie- und Forschungsminister kündigte an, sich bei den Abgasvorschriften den europäischen Standards anzunähern. Zusätzlich sollen 500 Elektrofahrzeuge Transportaufgaben übernehmen.

Lexus LS 600h Allradauto des Jahres
Die Luxuslimousine Lexus LS 600h hat sich die Auszeichnung "Allradauto des Jahres" gesichert. Die Leser der Zeitschrift "Autobild Allrad" setzten das Modell, dass dank seines innovativen Hybridantriebs bei einer Systemleistung von 445 PS (327 kW) einen Verbrauch von 9,3 Litern erreicht, auf den ersten Platz.
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