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Neue Toyota Sicherheitsfunktion verhindert unerwünschtes Beschleunigen

System nutzt Daten vernetzter Fahrzeuge

Technik

Das Wichtigste in Kürze

  • Funktion erkennt fehlerhafte Pedalbedienung
  • Ergänzung für bestehendes Sonarsystem
  • Einführung ab Sommer 2020 in Japan
Neue Toyota Sicherheitsfunktion verhindert unerwünschtes Beschleunigen
Neue Toyota Sicherheitsfunktion verhindert unerwünschtes Beschleunigen

Köln. Toyota hat eine neue Funktion entwickelt, die ein unerwünschtes Beschleunigen von Fahrzeugen verhindert. Das System nutzt Daten vernetzter Fahrzeuge, um eine fehlerhafte Bedienung des Gaspedals zu erkennen. Toyota will die Funktion sowohl in neuen Fahrzeugen einbauen als auch als Nachrüstlösung für bestimmte Modellreihen anbieten. Der Start ist für diesen Sommer in Japan geplant.

Zur Verringerung schwerer Unfälle und Fahrzeugschäden infolge einer fehlerhaften Pedalbedienung hat Toyota 2012 ein Sonarsystem (Intelligent Clearance Sonar) eingeführt, das mittlerweile in 32 Modellen bzw. 83 Prozent der Produktpalette zum Einsatz kommt. 2018 wurde zudem für bestimmte Modelle ein nachrüstbares Gaspedal-Kontrollsystem eingeführt. Diese Systeme funktionieren allerdings nur, wenn Sensoren ein Hindernis wie etwa andere Fahrzeuge oder eine Mauer entdecken. Die neu entwickelte Funktion verhindert ein unerwünschtes Beschleunigen aufgrund fehlerhafter Pedalbedienung auch dann, wenn keine Hindernisse in der Nähe sind.

In der Entwicklungsphase hat Toyota zunächst reale Unfälle untersucht, bei denen eine Fehlbedienung des Gaspedals als Ursache festgestellt wurde. Diese Fälle wurden mit Daten vernetzter Fahrzeuge verglichen, um auszuschließen, dass der Fahrer absichtlich beschleunigt hatte. Dadurch war Toyota in der Lage, nur solche Situationen zu identifizieren und als Berechnungsgrundlage zu verwenden, in denen das Gaspedal fehlerhaft betätigt wurde.

Durch die Kombination des bestehenden Sonarsystems mit der neuen Unterdrückungsfunktion soll die Zahl von Unfällen durch eine fehlerhafte Pedalbedienung insbesondere auf Parkplätzen und in anderen Bereichen weiter gesenkt werden. Die der Funktion zugrundeliegende Betriebslogik will Toyota ausgiebig teilen – auch mit anderen Autoherstellern.

Zwar ist die Zahl der Verkehrstoten in Japan rückläufig; dennoch verlieren jedes Jahr immer noch mehr als 3.000 Menschen im Straßenverkehr ihr Leben. Das ultimative Ziel einer Mobilitätsgesellschaft muss es sein, die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten auf null zu reduzieren. Toyota will dazu mit einem Drei-Säulen-Ansatz beitragen: die Verbesserung der Fahrzeugsicherheit durch diese neue Funktion und die Toyota Safety Sense Systeme, die inzwischen weltweit in 16 Millionen Fahrzeugen zum Einsatz kommen; Informationsprogramme, die das Verständnis für Sicherheitsfunktionen weiter erhöhen; und Aktivitäten, mit denen die Verkehrsumgebung verbessert werden soll.