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Schwere Zeiten in Schanghai für TOYOTA GAZOO Racing

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TOYOTA GAZOO Racing erlebte beim verregneten Sechs-Stunden-Rennen von Schanghai, dem vorletzten Lauf zur FIA WEC Langstrecken Weltmeisterschaft 2015, ein Rennen zum vergessen.
Beide TS040 HYBRID beendeten das Rennen unter den ersten sechs, wobei die Startnummer 2 mit Alex Wurz, Stéphane Sarrazin und Mike Conway vor der #1 mit Anthony Davidson, Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima Fünfte wurde.
Doch es war ein enttäuschendes Rennen für die Titelverteidiger, das von Zwischenfällen und Pech geprägt war und die beiden TS040 HYBRID davon abhielt eine ähnlich gute Leistung unter diesen Witterungsbedingungen zu zeigen wie zuletzt beim WM-Lauf in Fuji.
Anhaltender Regen am Morgen bedeutete einen Start hinter dem Safety Car, hinter dem das Feld zunächst 12 Minuten lang um den Kurs rollte. Nach der Freigabe des Rennens gab es zahlreiche Positionswechsel, Anthony in der #1 blieb dann doch Fünfter vor Mike.
Nach rund 90 Minuten Fahrzeit bemerkte Anthony allerdings einen schleichenden Platten an seinem Auto und musste die Box aufsuchen. Und das kurz nach seinem ersten Tankstopp. Bei der #2 hatte man bei deren Tankstopp die Fahrer gewechselt, Alex war nun am Steuer und übernahm P5 vor der #1, in der nun Kazuki am Werk war.
Heftiger werdende Regenfälle hatten die Piste mittlerweile in eine Rutschbahn verwandelt, was zahlreichen Teilnehmern zum Verhängnis wurde. Als Alex sich nach einer Gelbphase gegen Ende der zweiten Rennstunde drehte, erfolgte ein Platztausch zwischen den beiden TS040 HYBRID.
Doch auch Kazuki erwischte es wenig später, nach zwei Stunden Gesamtfahrzeit lag die #2 wieder auf P5, denn Kazuki hatte sich von der Strecke gedreht und der TOYOTA musste aus einem Kiesbett gezogen werden. Trotz einer Runde Rückstand auf das Schwesterauto, konnte die #1 das Rennen auf dem sechsten Platz wieder aufnehmen.
Als die zweite Rennhälfte anbrach, begann die Strecke aufzutrocknen und die #1 riskierte beim nächsten Routinestopp als erstes unter den Spitzenfahrzeugen einen frühen Wechsel auf Hybrid-Intermediate-Reifen. Doch das erwies sich als zu früh, die Strecke erwies sich als noch zu nass für das eher flache Profil dieser Pneus und Sébastien verlor daher viel Zeit.
Als das letzte Renndrittel begann, steuerte Alex mit der #2 zum Betanken und für den Wechsel auf Hybrid-Intermediate-Reifen die Box an und übergab das Auto an Stéphane, der morgen seinen 40. Geburtstag feiern wird. Die #2 war weiterhin auf P5 unterwegs.
Mit zunehmend trockener Strecke wurden die Rundenzeiten in der letzten Rennstunde immer schneller und Stéphane wechselte schon bald auf Slickreifen. Sébastien griff auf P6 weiter an und war zu diesem Zeitpunkt in den kühlen Temperaturen – und bei noch leicht feuchter Strecke – einer der Schnellsten.
Letztlich konnte die #2 von Stéphane die Ziellinie auf dem fünften Rang überqueren, Sébastien brachte die #1 auf Platz sechs ins Ziel. Die beiden TS040 HYBRID beendeten das Rennen mit vier bzw. Fünf Runden Rückstand auf den siegreichen Porsche #17.
Das heutige Resultat brachte Porsche – als Nachfolger von TOYOTA – vorzeitig den WM-Titel in der Hersteller-Wertung ein. Die WM-Entscheidung in der Fahrerwertung fällt beim Saisonfinale, dem Sechs-Stunden-Rennen von Bahrain am 21. November.

Toshio Sato, Team President: „Ein enttäuschender Tag. Die Streckenbedingungen kamen uns zu keinem Zeitpunkt entgegen, dazu kamen ein paar Zwischenfälle und das Pech mit dem schleichenden Platten bei der #1. Das Wetter setzte heute allen zu, daher ein Dankeschön an das Team für die unvermindert professionelle Arbeit. Wir gaben alles, aber leider war mehr als die Plätze fünf und sechs heute nicht machbar. Meinen Glückwunsch an Porsche zum WM-Titel in der Hersteller-Wertung. Wir haben die Nummer 1 gern und mit Stolz getragen und sind traurig, dass sie uns bald verlassen wird. Aber Porsche ist verdient Weltmeister geworden, nach all den starken Leistungen. Wir sind uns aber sicher, dass wir ihnen im nächsten Jahr einen härteren Konkurrenzkampf liefern werden.“

TS040 HYBRID #1 (Anthony Davidson, Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima)
Rennen: P6, 164 Runden, 7 Boxenstopps. Startplatz: P5. Schnellste Rennrunde: 1.48,685 Minute.
Anthony Davidson: „Das war mein erster Start seit einer ganzen Weile und das hat Spaß gemacht. Ich konnte einen Audi überholen, das hat mich ans Vorjahr erinnert. Wir haben so hart attackiert, wie es in den unterschiedlichen Bedingungen nur ging. Als dann der Regen wieder stärker einsetzte und Kazuki in den Kies rutschte, konnten wir leider nur unsere Runden drehen und hoffen. Dank an die Mannschaft, die fantastische Arbeit leistete und schnelle Boxenstopps ablieferte.”
Sébastien Buemi: „Ich bin vom heutigen Tag etwas enttäuscht, denn wir haben kein sonderlich sauberes Rennen gezeigt und hätten besser abschneiden müssen. Aber das gehört eben dazu, zumal die Bedingungen wirklich knifflig waren. Der frühe Wechsel auf Hybrid-Intermediate-Reifen wäre beinahe aufgegangen. Wir werden versuchen das Gute aus dem heutigen Tag mitzunehmen. Beim letzten Rennen greifen wir noch einmal an.”
Kazuki Nakajima: „Ein schwieriger Tag, vor allem für mich. Als es anfing stärker zu regnen, leistete ich mir einen Fehler und verlor viel Zeit im Kiesbett. Mir tut das für das Team Leid, vor allem für die Mannschaft meines Autos, die wieder mal tolle Arbeit leisteten. Danach machten wir das Beste aus der Situation. Ich werde aus meinem Fehler lernen und beim nächsten Rennen wieder Druck machen.”

TS040 HYBRID #2 (Alex Wurz, Stéphane Sarrazin, Mike Conway)
Rennen: P5, 165 Runden, 6 Boxenstopps. Startplatz: P6. Schnellste Rennrunde: 1.49,374 Minute.
Alex Wurz: „Das war ein sehr schwieriges Rennen. Normalerweise liebe ich Regenrennen, doch heute war das Auto sehr schwierig zu fahren. Wir hatten Probleme mit der Traktionskontrolle und paar anderen Dingen hier und da. Sagen wir, es war charakterbildend.”
Stéphane Sarrazin: „Da gibt es nicht viel zu diesem Rennen zu sagen. Wir taten unsere Arbeit so gut wir konnten und wurden Fünfte. Das Schwesterauto hatte ein paar Schwierigkeiten, also haben wir wenigstens das Rennen unter den beiden TOYOTA gewonnen. Wir haben heute alle möglichen Streckenbedingungen erlebt und konnten dabei nützliche Informationen sammeln.”
Mike Conway: „Die Bedingungen beim Start waren wirklich knifflig mit sehr schlechter Sicht. Aber das war ja für alle gleich. Ich hatte allerdings Mühe die Reifen auf Betriebstemperatur zu bekommen. Gegen Ende meines Stints schienen sie allmählich zu funktionieren und die Rundenzeiten wurden besser. Die Streckenbedingungen waren sehr schwierig, weil sie ständig wechselten. Platz fünf ist eine besser als unsere Startposition und das bringt uns wenigstens in der WM ein wenig näher an die Jungs der #1 heran.”
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