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Die Formel 1-Weltmeisterschaft 2005 ist gestartet

Der Toyota TF 105: Evolution statt Revolution

Motorsport

Impressionen

Köln – Als Anfang Januar 2005 während der Präsentation des neuen Toyota Formel 1-Rennwagen die beiden Werksfahrer Ralf Schumacher und Jarno Trulli das rote Tuch über dem Toyota TF 105 wegzogen, war das Potenzial des neuen Boliden des Panasonic Toyota Racing Team für die Saison 2005 noch nicht einschätzbar. „In der Formel 1 zu gewinnen, ist derzeit unser größtes Ziel. Wir wissen, dass dies Zeit braucht und wir beabsichtigen mit dem TF 105 einen großen Schritt in Richtung Sieg zu machen“, sagte Teamchef Tsutomu Tomita bei der Vorstellung. Heute, drei Monate später, ist bereits eine erste Einschätzung möglich: Den 2. und 3. Formel 1-Weltmeisterschaftslauf 2005 in Malaysia und in Bahrain beendete Jarno Trulli als Zweiter. Teamkollege Ralf Schumacher belegte den fünften und vierten Platz. Jarno Trulli war, wie bereits beim Auftaktrennen in Australien, in Malaysia aus der ersten Startreihe, in Bahrain aus der zweiten ins Rennen gegangen. „Vier Jahre Vorbereitung und drei Jahre Renneinsätze hat es gedauert, bis Toyota dieses fantastische Ergebnis einfahren konnte“, freute sich Tsutoma nach dem tollen Saisonstart des Toyota TF 105.

Kaum ein Formel 1-Fan weiß aber, welch hoher Arbeitsaufwand von den Mitarbeitern der Toyota Motorsport GmbH in so kurzer Zeit geleistet wurde. Schließlich baut Toyota seinen Formel 1-Rennwagen im Firmensitz in Köln von der ersten bis zur letzten Schraube komplett in Eigenregie. Der Globel Player unter den Automobilherstellern hat sein Formel 1-Team in kürzester Zeit aufgebaut und dabei eine gemeinsame effiziente Teamarbeit gefördert, die notwendig ist, um Erfolg zu haben. Das Erreichen des Erfolges in der Königsklasse des Motorsports ist nur durch kontinuierliche, harte wie auch zielgerichtete Arbeit möglich. Die Formel 1 ist ein hoch disziplinierter Mannschaftssport. „Die Art, wie wir das geschafft haben, macht es nur noch zufrieden stellender. Ich möchte meinen Dank an die Fahrer richten, an alle bei Toyota Motorsport und auch bei Toyota selbst, und natürlich an die Sponsoren des Teams, die dieses Ergebnis ermöglichten“, unterstreicht Teamchef Tsutoma die gute Teamleistung des Formel 1 Teams.

Für dieses Jahr wurden die Karten in der Formel 1 gegenüber dem Vorjahr neu gemischt. Wegen den neuen FIA-Regeln in 2005 mussten die Ingenieure während der Konstruktion des Toyota TF 105 auf etliche technische Details achtet. Dabei durfte natürlich der aktuelle Rennbetrieb in der vergangenen Saison nicht vernachlässigt werden. „Heute liegen die bedeutendsten Veränderungen des Chassis im aerodynamischen Bereich durch äußerst bedeutsame Veränderungen der Front- und Heckflügel sowie des Diffuser“, sagt Mike Gascoyne, Technischer Direktor Chassis.

Seit Ende 2003 hat Toyota das Chassis immer wieder umstrukturiert und dabei auch berücksichtigt, dass mehr Bedeutung auf die Arbeit im Windkanal zu legen ist. „Das haben wir nicht gemacht, um mehr Teile testen zu können, sondern viel wichtiger war uns, die Genauigkeit der Ergebnisse zu verbessern. Kurz nachdem der TF 104 eingeführt war, entschlossen wir uns zwei Projektgruppen aufzustellen. Die eine hatte die Aufgabe die Entwicklung des TF 104 in den Mittelpunkt zu stellen, später war es der TF 104B, die andere Gruppe konzentriert sich auf den neuen TF 105,“ erklärt Mike Gascoyne die komplexen Arbeitsweise beim Panasonic Toyota Racing Team. Nur wer auch stetig weiterentwickelt und testet, hat die Möglichkeit an die Spitze zu fahren. Bei Toyota gilt: Nach dem Rennen ist stets vor dem Rennen.

Neben vielen aerodynamischen Besonderheiten beim TF 105 gegenüber dem Vorgänger mussten die Ingenieure ihre Arbeitskraft ganz besonders auf das Herzstück im Heck des TF 105 lenken. Die FIA-Regeln schreiben in dieser Saison vor, dass der Motor zwei aufeinander folgende Grand Prix Wochenende halten muss. Nachdem in der vergangenen Saison bereits die Ein-Motoren-Regel für ein GP-Wochenende galt, muss das V10-Triebwerk in diesem Jahr gleich zwei GP-Wochenenden und damit die doppelte Laufleistung standhalten.

Der bärenstarke RVX-05 im Heck des Toyota TF 105 wird somit einer Laufleistung von rund 1.500 Kilometer ausgesetzt. Durch die Ein-Motoren-Regelung für zwei Renn-Wochenenden werden über die gesamte Formel 1-Saison betrachtet weniger Motoren benötigt – dies spart dem Team Kosten. Und der RVX-05 von Toyota ist ein besonders zuverlässiges wie auch kräftiges Triebwerk im Starterfeld der Formel 1. „Wir haben an den ersten Grand Prix Wochenenden so viele Herausforderungen durch das neue technische Reglement erlebt. Ich bin besonders zufrieden, dass unser Motor acht freie Trainingseinheiten, vier Qualifyings und zwei Rennen ohne Probleme überstand“, erklärt Tsutomu Tomita, Teamchef des Panasonic Toyota Racing Team.

Der V10 von Toyota arbeitet nicht nur im Heck des TF 105, auch das Jordan Team vertraut in dieser Saison auf den Toyota-Motor. Die jeweiligen Laufleistungen nach dem Grand Prix von Australien und Grand Prix von Malaysia zeigen das Potenzial des Toyota RVX-05: Jarno Trulli, Toyota TF 105, spulte insgesamt 1.244,4 Kilometer ab, Ralf Schumacher, Toyota TF 105, kam auf 1.171,1 Kilometer und die Jordan-Toyota Piloten fuhren 1.263,7 Kilometer (Narain Karthikeyan) sowie 1.302,3 Kilometer (Tiago Monteiro). Damit kann Toyota eindeutig seine Zuverlässigkeit und Leistungsstärke unter Beweis stellen.