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Das Panasonic Toyota Racing Team hat den Erfolg im Visier

Der Brückenschlag zwischen Japan und Köln

Motorsport

Impressionen

Köln - Die Formel 1 hat eine kurze Sommerpause eingelegt, bevor die Königsklasse des Motorsports am 20. - 21. August 2005 auf dem neuen Rennkurs "Istanbul Otodrom" in der Türkei wieder Fahrt aufnahm. Mit dem Grand Prix der Türkei feierte die 5,380 Kilometer lange Strecke ihre internationale motorsportliche Premiere. Mit dem richtungsweisenden Ergebnis beim Grand Prix in Ungarn, bei dem Ralf Schumacher den 3. Platz und sein Teamkollege Jarno Trulli den 4. Platz belegte, war das Formel 1 Team von Toyota zufrieden in die Saisonpause gegangen. Schließlich fuhr das Panasonic Toyota Racing Team allein bei diesem 13. WM-Lauf insgesamt elf WM-Punkte ein. "Aber es gibt noch einen Rückstand auf die Top-Teams. Wir werden also weiterhin Gas geben", resümiert Tsutomu Tomita, Vorsitzender der Toyota Motorsport GmbH und Teamchef.

Stillstand ist Rückstand - diese Erkenntnis gilt ganz besonderes in der Formel 1. Und erst recht im Hause Toyota ist nichts von Stillstand zu spüren. Rückblende: Am 17. Dezember 2001 wurde in Köln der erste Toyota TF102 enthüllt, der im März 2002 beim Grand Prix von Australien sein Debüt in der Formel 1 gab. Heute, nur gut 40 Monate später, liegt das Team in der Konstrukteurs-WM auf Platz vier und in Augenhöhe mit über Jahrzehnte erfahrenen Formel 1-Teams. Hinter diesem Erfolg steht eine klare Strategie, die die Brücke zwischen dem Teamstandort in Deutschland und dem Toyota Technical Centre im japanischen Higashifuji bildet. "Anfangs, wie bei jedem Projekt, haben wir klare Rollen und Funktionen definiert, um eine ineffektive Arbeitsweise zu vermeiden. Das System wird aber immer effizienter, so dass mittlerweile eine sehr gute Teamarbeit zwischen Japan und Deutschland stattfindet", erläutert Yoshiaki Kinoshita, der General Manager Motor Sport Division bei der Toyota Motor Corporation, die fruchtbare Zusammenarbeit.
Der in Deutschland gebaute Toyota TF 105 ist der Formel 1, bei dem am meisten Sprüche wie "alles unter einem Dach" oder "alles aus einer Hand" zutreffen. In der Toyota Formel 1-Schmiede in Köln werden Chassis und Motor gebaut sowie die Aerodynamik im hauseigenen Windkanal erarbeitet und getestet. Der aus vielen einzelnen Toyota-Komponenten bestehende TF 105 wird in Eigenregie zusammengebaut. Der ständige Fluss von Synergien zwischen Japan und Köln ist ein unübersehbarer Vorteil, die Entwicklung des aktuellen Toyota Formel 1 stets voranzutreiben. Wird das Augenmerk bei der Toyota Motorsport GmbH derzeit auf kurzfristige Entwicklungsarbeiten des Formel 1-Rennwagens während der Saison gesetzt, können sich die Ingenieure im japanischen Toyota Technical Centre mehr um langfristige Innovationen kümmern und sich deren Umsetzung widmen.

Zukunftsweisend für Toyota ist, dass das große Potenzial an Ressourcen in Japan für die Arbeit in der Formel 1-Fabrik der Toyota Motorsport GmbH in Köln genutzt werden kann. Hinter dem tatsächlichen Technologie Transfer steht natürlich der Geist Toyotas. Alles läuft in dem Anspruch zusammen, die Formel 1-Weltmeisterschaft gewinnen zu wollen, gepaart mit der Herausforderung die Serienfahrzeuge nach vorne zu bringen, als auch die Produktion und die Design Technologie von Toyota weltweit zu neuen und ultimativen Zielen zu bringen", sagt John Howett, Präsident der Toyota Motorsport GmbH.

Die europäische Motorsport-Basis mit Sitz in Deutschland bietet gleichzeitig ein weltweites Motorsport-Dreieck. Neben dem Engagement in der Formel 1 ist Toyota in den USA und in Japan im Motorsport präsent. Das einzigartige Formel 1-Programm ermöglicht Toyota weltweit einen immer größer werdenden Einsatz von Möglichkeiten, die in jeglicher Hinsicht einer Mitwirkung im Motorsport nutzt. "Dieses Joint Venture bildet nach unserer Vorstellung einen perfekten Höhepunkt für ein weltweites Toyota Team mit einem gemeinsamen Ziel", sagt Teamchef Tomita.

Hinter dem "Panasonic Toyota Racing Team" stehen bei der Toyota Motorsport GmbH (TMG) in Köln-Marsdorf über 600 Mitarbeiter aus zur Zeit 32 Nationen. In der Branche eilt dem in Deutschland ansässigen Formel 1-Team der Ruf als die Mannschaft der "Vereinten Nationen" voraus. Auch die Struktur der Führungskräfte bei TMG besteht nicht etwa nur aus einer Nationalität. Hier sind verantwortungsvolle Positionen mit Spitzenleuten aus Japan, Großbritannien, Italien, Österreich und Deutschland besetzt.

Tsutomu Tomita, Vorsitzender und Teamchef, bildet gemeinsam mit John Howett, Präsident, und Yoshiaki Kinoshita, Vize-Präsident, das Management der Toyota Motorsport GmbH. Den Part der technischen Verantwortung übernehmen Mike Gascoyne, Technischer Direktor Chassis, Luca Marmorini, Technischer Direktor Motor, Keizo Takahashi, Direktor Technische Koordination und Gustav Brunner als Chef-Designer. Dem operativen Geschäft stehen Richard Cregan, General Manager F1 und Dieter Gass, Chef Renn-Ingenieur, vor. Und Yoshiaki Kinoshita ist in Personalunion als General Manager Motor Sport Division der Toyota Motor Corporation im Mutterhaus in Japan und als Vize-Präsident der Toyota Motorsport GmbH in Köln gleichermaßen zu Hause.