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"Nummer eins zu sein ist nicht das Ziel"

Akio Toyoda im Stern-Interview

Akio Toyoda

Es ging nicht um neue Autos oder die jüngsten Umsatzzahlen: In einem Interview mit dem Magazin "Stern" sprach Toyota Präsident Akio Toyoda über die Folgen der Erdbeben-Katastrophe in Japan und blickte noch einmal auf die Rückrufaktionen aus dem vergangenen Jahr zurück.

Akio ist der Urenkel des Firmengründers Kiichiro Toyoda. Er ist ein begeisterter Motorsportfreund, der sich im Konzern für die Entwicklung von Sportmodellen wie dem Lexus
IS-F und Lexus LF-A stark machte und drei Mal unter dem Pseudonym "Morizo Kinoshita" als Fahrer am ADAC 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teilnahm.

Beim Rückblick auf das Erdbeben, den verheerenden Tsunami und die dadurch ausgelöste
Atomkatastrophe rekapitulierte Akio Toyoda die ersten Stunden nach den Katastrophen.
Die für japanische Verhältnisse unkonventionelle und spontane Krisenhilfe des Konzerns begründete er mit der kleinen Distanz des Konzernsitzes in der Nähe Tokios zum Atomkraftwerk in Fukushima: "Bei einem Unternehmen unserer Größe wäre es normal gewesen, ein Lagezentrum unter meiner Leitung einzurichten. Doch wir haben uns anderes organisiert, um keine Zeit zu verschwenden. Die Leute vor Ort bekamen die volle Handlungsfreiheit." Auf die Frage, ob diese Autonomie ein Modell auch für künftige Krisen sei, antwortete Toyoda, dass er sich wünsche, diese Autonomie möge stärker in den Konzern-Alltag einziehen.

Beim Rückblick auf die Rückrufaktionen wegen angeblich nicht ordnungsgemäß verbauter Gaspedale, nimmt Toyoda die US-Kunden in Schutz. "Unsere Autos sind sicher. Aber der Fahrer muss diese Sicherheit auch empfinden. Das haben wir offenbar nicht gut genug umgesetzt, und das hat dann wohl bei den US-Kunden für Unwohlsein gesorgt."
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