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Lexus Produktion in Tahara

Übung macht den Meister

Lexus Produktion in Tahara (Paint Surface Inspection)

"Führe auch einfache Arbeiten exakt aus", so lautet das Credo der Belegschaft im Werk Tahara.

Das 3,7 Quadratkilometer große Fabrikgelände mit 970.000 Quadratmeter Gebäudeflächen liegt direkt am Pazifik und hat einen eigenen Hafen zur Verschiffung der Produktion. Insgesamt sind in dem 1979 errichteten Werk im Süden Japans rund 11.000 Menschen beschäftigt. Doch nur die Besten von ihnen kümmern sich um Lexus. Rund eintausend Mitarbeiter montieren jährlich etwa 160.000 Lexus Limousinen der Baureihen IS, GS und LS.

Alle Limousinen werden am gleichen Band hergestellt. Ganz gleich ob IS 250, GS 300 oder LS 600h, die flexible Produktionstechnik und das Know-how der Mitarbeiter sorgen für gleichbleibende Qualität ab Werk. Um fit zu bleiben für die Lexus Produktion, absolvieren sie regelmäßig kleine Übungen für die Geschicklichkeit oder für die Sinne - etwa durch schnelles Zusammenlegen kleiner, schwieriger Puzzles. Schließlich erkennt nur das geübte Auge sofort, ob eine Dichtung wirklich exakt verklebt ist oder der Lack die gewünschte und von den Kunden erwartete Qualität aufweist.

Damit auf konstant hohem Qualitätslevel produziert werden kann, hat Lexus das Meister-System entwickelt. Angelehnt an die Tradition europäischer Handwerksmeister entstand ein hierarchisches Modell, an dessen Spitze jeweils ein Master Craftsman steht. Um in diese Meister-Position zu gelangen, muss der Mitarbeiter viele Prüfungen absolvieren und diverse weitere Qualifikationshürden nehmen. Die erste ist der Aufstieg vom "normalen" Tahara-Mitarbeiter zum "Lexus Craftsman", also zum Handwerker, der einen Lexus montieren darf. Innerhalb dieser Gruppe gibt es drei Kompetenzstufen, die nacheinander erklommen werden müssen, um in die nächst höhere Kategorie "Assistent Master Craftsman" aufzusteigen. Von 300 Lexus-Mitarbeitern auf der höchsten Kompetenzstufe avancieren nur 40 zu Meister-Assistenten. Der Meistertitel selbst wird nur zehnmal vergeben.

Dieses System stellt sicher, dass nur derjenige ein Meister werden kann, der alle Produktionsschritte selbst tausendfach durchgeführt und neben den nötigen Fertigkeiten auch die entsprechende Erfahrung erworben hat. Jeder Master Craftsman betreut einen eigenen Verantwortungsbereich innerhalb der Fertigung. So kümmert sich ein Meister beispielsweise unter Zuhilfenahme eines Stethoskops um den harmonischen Klang und legendären Rundlauf der Lexus Achtzylindermotoren, ein weiterer ist nur für den Bereich Instrumente und Armaturenbrett zuständig, ein dritter ausschließlich für die Qualität der Lackierung.

Um Millimeter geht es bei der Einpassung des Armaturenbrettes. Die gesamte Einheit kommt vom Zulieferer Denso, in dessen Werken das Produktionsprinzip von Lexus ebenfalls angewendet wird. Bei der Montage prüfen die Lexus Craftsmen die exakte Positionierung und ermitteln mit Infrarotsensoren das Spaltmaß zur Türeinfassung und zur linken und rechten A-Säule. Auch die horizontale Lage wird mit diesen Sensoren geprüft. Zum Schluss unterzieht der Meister alle Fugen einer sorgfältigen Sichtprüfung.

Auch dem Lack widmet man in Tahara besondere Aufmerksamkeit. Insgesamt fünf, bei machen Farben sogar sechs Lackschichten werden von Lackierrobotern in gleichbleibender Exaktheit aufgetragen. Zwischen den einzelnen Lackierschritten legen die Lexus Craftsmen selbst Hand an und polieren die Lackschichten jeweils zweimal mit Hilfe von Wasser, Bürsten und Stoffen. Das Resultat ist ein besonders tief reflektierender Lack und eine Lexus Limousine, die absolut gleichmäßig glänzend dasteht.

Damit auch winzige, mit bloßem Auge nicht zu erkennende Unregelmäßigkeiten gefunden werden, laufen die lackierten Karossen durch eine Art Dunkelkammer. Dort werden sie mit speziellen RGB-Lampen angestrahlt, die alle Farbspektren abdecken. Mit ihrer Hilfe entdecken die Lexus Master Craftsmen auch kleinste Flecken oder Farbungenauigkeiten. Karosserien, die solche Mängel aufweisen, werden nachgearbeitet bis sie den prüfenden Blicken der Meister genügen. Ungeübte Mitarbeiter oder Besucher im Lackierbereich von Tahara können solche Fehler auch mit der Unterstützung des RGB-Lichts kaum aufspüren. Am Ende des Produktionsprozesses wird ein letztes Mal die Lackdicke gecheckt. Dann rollen die Limousinen Richtung Hafen, um Kunden in aller Welt zufrieden zu stellen.
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