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Lexus LC: Ein visionäres Konzept kommt auf die Straße

Interview mit Chefentwickler Koji Sato und Chefdesigner Tadao Mori – Teil 1

links: Lexus LC Chefingenieur Koji Sato, rechts: Lexus LC Chefdesigner Tadao Mori
Ein Gespräch mit Lexus Designer Tadao Mori und Chefingenieur Koji Sato über ihr neuestes Projekt, den neuen Lexus LC – und über die vielfältigen Herausforderungen bei der Entwicklung des neuen Luxus-Coupés.

Lexus Europe: Der Lexus LC sorgte bei seiner Enthüllung auf der diesjährigen North American International Motor Show für Begeisterung, vor allem auch deshalb, weil er die Regel brach, dass Serienautos niemals so radikal wie ihre ursprünglichen Design-Prototypen sein können. Wie haben Sie es geschafft, der Serienversion des LC ein so aufregendes Design zu verleihen, das so nah an der LF-LC Konzeptstudie ist?

Koji Sato: „Man könnte annehmen, dass es beim LC Projekt einfach nur darum ging, die LF-LC Konzeptstudie in ein Serienauto zu verwandeln, aber in Wirklichkeit war es deutlich komplizierter. Auch Toyoda-san war vom Design des LF-LC begeistert, aber er wusste, dass es für uns eine riesige Herausforderung war, vielleicht die größte seit Lexus den ersten LS entwickelt hat.

Als Ingenieur war mein Ziel natürlich, dass das Auto eine Super-Performance bietet, während unser Chefdesigner Tadao Mori vor allem einen großartigen Look wollte. Doch trotz unserer unterschiedlichen Disziplinen haben wir im Grunde das gleiche Ziel verfolgt und gemeinsam einige erstaunlich einfallsreiche Lösungen entwickelt.

Jedes Feature des LC ist das Ergebnis einer integrierten gemeinsamen Herangehensweise von Design und Entwicklung. Das ganze Team hat zusammengearbeitet, Designer und Ingenieure gleichermaßen. Deswegen ist es uns gelungen, so ein großartiges Fahrzeug zu kreieren.“

Lexus Europe: Was war die größte Herausforderung in der Design-Entwicklung?

Tadao Mori: „Im Grunde alles, aber das Packaging – also die Frage, wie man den Raum im Fahrzeug bestmöglich nutzt – war wirklich die anspruchsvollste Aufgabe: wie man trotz niedrigem Dach ein komfortables Interieur kreiert oder wie man das Auto mit 21-Zoll-Rädern ausstattet und trotzdem eine flache Motorhaube bewahrt.

Für die flache Motorhaube mussten unsere Fahrwerksingenieure die Komponenten mehrmals überarbeiten, bis wir endlich den gewünschten Effekt hatten. Das waren Monate harter Arbeit, aber die Ingenieure waren so vom Design des LC begeistert, dass sie bereit waren, alles Nötige zu tun, um es zu schaffen.“

Lexus Europe: Der neue LC besitzt zahlreiche neue Technologien. Auf welche sind Sie besonders stolz?

Koji Sato: „Es gibt natürlich Elemente wie die Türkonstruktion aus Karbonfaser und Aluminium, die Einführung des Lexus Safety System+ und die neue Remote Touch Schnittstelle, die mit dem neuen 2017er Multimedia-System eingeführt wird. Als erstes Lexus Modell hat der LC außerdem ein Shift-by-wire-System. Aber um ehrlich zu sein, geht es mir gar nicht so sehr um die Weltneuheiten des LC. Viel wichtiger ist mir das Gesamtergebnis und zu sehen, wie Autofahrer sich in dieses Auto verlieben.“

Tadao Mori: „Mich hat begeistert, wie wir es geschafft haben, die Überhänge vorn und hinten so kurz zu halten. Dafür haben wir eine der weltweit schlankesten Scheinwerfereinheiten entworfen. In ihnen kommen hochentwickelte Linsen zum Einsatz, die die LED-Strahlen bündeln. Außerdem haben wir sehr kompakte Heckleuchten entwickelt, die mit Hilfe von Doppelspiegeln unendliche Reflexionsmuster erzeugen.“

Koji Sato: „Ein weiterer Durchbruch ist uns mit den vorderen Federbeindomen gelungen, die nun aus Aluminium bestehen. Diese reduzieren im Vergleich zu Komponenten aus konventionellem Stahl mehr als zehn Kilogramm Gewicht.“

Lexus Europe: War es ein Vorteil, den LF-LC als Design-Vorlage zu haben?

Koji Sato: „Die LF-LC Konzeptstudie war so bedeutend, dass die Form des Serienfahrzeugs schon sehr früh klar war. Der Designprozess war daher diesmal ganz anders als sonst.“

Tadao Mori: „Wir konnten uns sehr stark auf die Details des Autos konzentrieren, weil wir dafür mehr Zeit hatten als bei anderen Projekten.“

Lexus Europe: Mit dem Außendesign des LC sind Sie sehr eng am Konzeptfahrzeug geblieben. Aber im Innenraum sind die Unterschiede deutlich größer. Warum?

Tadao Mori: „Als Akio Toyoda zum ersten Mal im LF-LC Platz nahm, war er beeindruckt, aber es wirkte für ihn nicht wie das Interieur eines echten Fahrerautos. Also gingen wir daran, einen Innenraum zu entwerfen, der einladender und komfortabler wirkt. Wir wollten, dass sich Fahrer und Beifahrer wie zuhause fühlen. Das können Sie beispielsweise an Details wie den beiden Handgriffen neben dem Beifahrersitz erkennen.

Die Designer haben viel Zeit damit verbracht, den LFA und andere Hochleistungsfahrzeuge zu fahren, um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, wie man die Leidenschaft der Ingenieure für ein tolles Fahrerlebnis durch das Innenraum-Design und die ideale Positionierung der Instrumente und Steuerungselemente zum Ausdruck bringen kann.“

Lexus Europe: Wie viele Menschen haben am LC Projekt gearbeitet und wie viel Zeit hatten Sie?

Koji Sato: „Es waren – und sind – mehr als 4.000 Menschen in das LC Projekt involviert und sie haben wirklich tolle Arbeit geleistet. Es ist ein Auto mit einer komplett neuen Plattform, das in fünf Jahren statt der üblichen sechs Jahre fertig geworden ist. Es war ein hartes Stück Arbeit, aber es war auch ein guter Test für alle, sich auf ein gemeinsames Ziel zu konzentrieren und es zu verwirklichen.“

Beim nächsten Mal geht es um das Lexus Hybrid Drive mit mehrstufiger Untersetzung – eine Weltneuheit in einem Hochleistungsfahrzeug.
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