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"Fahrspaß mit gutem Gewissen"

Im Gespräch mit Kazuhiko Miyadera, Senior Vice President Toyota Motor Europe

Miyadera

Die Lexus Wettbewerber kündigen derzeit vermehrt Hybridfahrzeuge mit Lithium-Ionen- Batterien an. Wann kommt denn Lexus als Hybridvorreiter mit dieser Technologie?

Wenn sie reif ist. Wir forschen schon viele Jahre an Lithium- Ionen-Batterien und sind auch von ihrer Leistungsfähigkeit überzeugt. Lithium-Ionen-Batterien haben eine etwa doppelt so hohe Energiedichte wie Nickel-Metallhydrid- Speicher (NiMH), sie können also bei gleicher Größe mehr Energie aufnehmen und abgeben. Im Moment scheint sie uns aber noch nicht soweit zu sein, wie wir es uns vorstellen und ich sehe auch beim Wettbewerb noch keine Lösung für eine große Serie.

Sie bleiben also bei der Nickel- Metallhydrid-Batterie?

Hier gibt es noch Potenzial zur Leistungssteigerung. Die Technik hat sich im Übrigen in mehr als zehn Jahren Serienfertigung bewährt. Wir errichten gerade mit unserem Partner Panasonic ein neues Werk um die Produktion von Nickel-Metallhydrid-Akkus auszubauen. Das zeigt, wie zukunftsfähig diese Technologie ist.

Die nächsten Lexus Hybridmodelle fahren also mit NiMH?

Gerade zu den starken Hybriden, wie Lexus sie anbietet, passt die Charakterisik dieser Batterie hervorragend. Es geht ja darum, schnell und zuverlässig große Leistung zu speichern und wieder abzugeben. Beim LS 600h müssen Bremsleistungen von bis zu 70 kW verarbeitet werden. Das können NiMH-Batterien ziemlich gut. Deshalb wird auch die zweite Generation des RX 400h wieder eine solche Batterie bekommen.

Im Hybridsystem von Lexus hat der Verbrennungsmotor die Hauptrolle. Ist das auch in Zukunft sinnvoll?

Der Anteil an elektrischem Fahren wird sich in Zukunft erhöhen. Im Moment ist die Lösung, wie wir sie heute haben, die für den Kunden nützlichste, weil er sparsam und umweltfreundlich fahren kann, ohne auf gewohnte Reichweiten zu verzichten. Er darf bei den leistungsstarken Motoren auch weiterhin Fahrspaß haben und das mit guten Gewissen. Wir sehen auch weiterhin ein hohes Entwicklungspotenzial für den Verbrennungsmotor, gerade auch im Hybridsystem. Beispielsweise gibt es auf dem Gebiet von Ladungswechsel und Gemischbildung noch viele Möglichkeiten, den Wirkungsgrad des Motors zu erhöhen.

Was planen Sie dabei konkret?

Nehmen Sie nur unsere variable Ventilsteuerung mit der stufenlosen elektrischen Verstellung der Einlassnockenwelle oder unsere kombinierte Saugrohr- und Direkteinspritzung D-4S im GS 450h. Mit ihrer Hilfe können wir den Kraftstoff viel exakter dosieren und den Motor so betreiben, wie er im Hybridsystem am besten wirkt. Füllungsgrad und Verbrennung lassen sich so über einen breiteren Betriebsbereich optimieren. Das reduziert die Ladungswechselverluste und erhöht die Effizienz. In Summe wird der Motor rund zehn Prozent sparsamer und erhöht gleichzeitig seine Leistung im gleichen Verhältnis.
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