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Dynamisch brillantes Erbgut – Vom Lexus LFA Supersportwagen zum neuen LC Luxus-Coupé

Interview mit Chefingenieur Koji Sato und Chefdesigner Tadao Mori - Teil 3

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Köln, 29. April 2016. Im dritten Teil einer Gesprächsserie gehen Chefingenieur Koji Sato und Chefdesigner Tadao Mori auf die außergewöhnliche Fahrdynamik des LC 500 und des LC500h ein, die vor allem durch die Erfahrungen mit dem LFA Supersportwagen beeinflusst wurde.

Lexus Europe: Welchen Einfluss haben der LFA und die Technologien, die ihn prägen, auf die Entwicklung der Fahrdynamik des LC 500 und LC 500h genommen?

Koji Sato: „Bevor wir uns an die neue Aufgabe gemacht haben, sind wir jeden Tag mit dem LFA rund um Los Angeles unterwegs gewesen. Nun werden Sie feststellen, dass die Leichtbauteile des LC mit der Kohlefaser-Verbund-Technologie hergestellt wurden, die wir zunächst für den LFA entwickelt haben.“

Lexus Europe: Bemerkenswert, der LC ist also der steifste je gebaute Lexus, einschließlich des LFA.

Koji Sato: „In der Tat haben wir damit nun eine Torsionssteifigkeit von Weltklasse erreicht, die einem Vergleich mit den besten deutschen Fahrzeugen Stand hält. Der LC ist sogar 60 Prozent steifer als die aktuelle GS Performance Limousine. Daraus resultiert ein direkteres und präziseres lineares Handling, und der LC reagiert auf jegliche Querbeschleunigung deutlich stabiler.“

Lexus Europe: Wie wir vom LFA wissen, kommt einer ausgewogenen Gewichtsverteilung eine wesentliche Bedeutung zu. Welche Gewichtsverteilung haben Sie bei den LC Modellen realisiert?

Koji Sato: „Beim LC500 konnten wir eine Achslastverteilung von 52:48 zugunsten der Vorderachse umsetzen, beim LC500h beträgt sie 51:49.“

Lexus Europe: Das klingt ganz nach einem äußerst lohnenswerten Erlebnis für den Fahrer?

Koji Sato: „In der Vergangenheit haben die Ingenieure den Schwerpunkt auf technische Daten und Fahrleistungen gelegt, bei einem wirklich perfekten Fahrzeug reicht das aber nicht aus. Die Kunden wünschen sich nämlich ein außergewöhnliches Fahrerlebnis, bei dem sie sich physisch und psychisch mit dem Fahrzeug verbunden fühlen. Deshalb haben wir uns darauf fokussiert, die Sinne des Fahrers anzusprechen.“

Lexus Europe: Wo haben Sie das Handling des LC für den europäischen Markt entwickelt?

Koji Sato: „Wir haben intensiv auf der berühmten Nordschleife des Nürburgrings, auf deutschen Autobahnen und auf unterschiedlichen Landstraßen in Europa getestet. In diesem Jahr werden wir das Fahrzeug hier in Europa weiterentwickeln und perfektionieren.“

Lexus Europe: Akio Toyoda war ja selbst involviert. Was hat er zur Entwicklung beigetragen?

Koji Sato: „Toyoda-san ist den LC in allen wichtigen Phasen der Entwicklung selbst gefahren und er wird das auch weiterhin tun. Nach Testfahrten im Schnee auf dem Shibetsu Testgelände im Norden Japans machte er uns einige Vorschläge für die Optimierung der Fahrcharakteristik. Sie können also sicher sein, dass dieses Fahrzeug echten Fahrspaß bringen wird.“

Lexus Europe: Der LC nutzt als erstes Modell die Lexus GA-L (globale Architektur für Luxusfahrzeuge). Wird diese auch bei anderen Modellen zum Einsatz kommen?

Koji Sato: „Der LC nutzt ein komplett neues Chassis-Konzept, das als Vorlage für künftige Modelle mit Frontmotor und Hinterradantrieb dient.”

Lexus Europe: Der LC besticht durch sein faszinierendes Design, das unmittelbar an die preisgekrönte LF-LC Konzeptstudie anknüpft. Seine aerodynamischen Eigenschaften können sich wie die des LFA mit den besten Fahrzeugen im Segment messen. Wie ist Ihnen das gelungen?

Tadao Mori: „Neue Features wie die Lufteinlässe vor den Hinterrädern nehmen Einfluss auf die Luftströmung in den Radhäusern. Ganz besonderes Augenmerk haben wir auf die Form und die Position von Luftleitelementen am Unterboden gelegt, auf die Form der Außenspiegel, der vorderen Lufteinlässe und auf die Neigung der Windschutzscheibe. All diese Elemente haben Einfluss auf die Aerodynamik des Fahrzeugs.“

Lexus Europe: Gibt es Pläne, den LC für den Motorsport weiter zu entwickeln?

Koji Sato: „Das hoffe ich sehr, aber zum jetzigen Zeitpunkt kann ich noch nicht genau sagen, wohin der Weg führt.“
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