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"Wir arbeiten an einem kompakten SUV"

Interview mit Paul van der Burgh, Direktor Lexus Europe

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Als Lexus vor ein paar Jahren mit dem neuen IS die Designlinie L-Finesse einführte, verkaufte die Marke in der Folge rund 5.000 Fahrzeuge pro Jahr in Deutschland, heute sind es nur wenig mehr als die Hälfte.

"Die ökonomische Krise in Europa hat den Markt sehr verändert. Nicht nur in Bezug auf die Zahl der Fahrzeuge, die allgemein verkauft werden. Auch die Art der nachgefragten Modelle hat sich verändert. Lexus war sehr gut bei den großen Fahrzeugen. Diese haben zuerst Marktanteile verloren. Zuerst wählten die Kunden ein großes Auto mit einem kleineren Motor und blieben in der gleichen Klasse, so lange es ging. Dann entschieden sie sich für das nächstkleinere Modell. Für uns war es sehr schwer, darauf zu reagieren. Die Krise begann 2008. Erst ein Jahr zuvor hatten wir alle unsere Modelle erneuert."

Aber die Nachfrage nach kompakteren Modellen konnten Sie doch mit dem CT 200h befriedigen.

"Ja, das hat uns sehr geholfen. Ich hoffe, dass wir mit dem jetzt gerade vorgestellten IS 300h, unserem ersten Hybriden in der Premium-Mittelklasse, ähnlich erfolgreich agieren. Er ist ein echter Wettbewerber für die starken Diesel in diesem Segment und bietet Vorteile bei Leistung und Abgasemissionen."

Die Dieselhistorie von Lexus, die mit einem Motor im IS begann, ist damit schon wieder beendet?

"Ja, das war eine kurze Geschichte. Wir sind ein Hybridanbieter und glauben, dass wir mit dieser Technik dem Diesel gegenüber langfristig im Vorteil sind."

Lexus hat jetzt in allen Baureihen einen Hybridantrieb im Angebot. Das ist vor allem in Deutschland und Großbritannien wichtig, wo sich mehr als 80 Prozent der Kunden für Hybride der Marke entscheiden. Was fehlt, ist ein kompaktes SUV.

"Genau daran arbeiten wir. Tatsächlich ist das Kompaktsegment in Europa das am stärksten nachgefragte Segment und SUV sind die am schnellsten wachsende Gattung. Wir sollten also zusehen, diese Lücke zu schließen. Es wird nicht allzu lange dauern und auch hier werden wir ein Hybridmodell anbieten."

Ihre Premiumwettbewerber arbeiten an Plug-in-Hybriden, nicht zuletzt um die avisierten CO2-Grenzwerte von 95 g/km im Jahr 2020 realisieren zu können. Wie sieht es mit Lexus aus?

"Plug-in-Hybride sind Teil des Hybridkonzeptes im Toyota Konzern. Unser Hybridbaukasten erlaubt ja alle möglichen Kombinationen. Wir werden sehen, welche davon Lexus einsetzen wird. Aber wir haben bereits heute einen geringeren CO2-Flottenausstoß als Toyota in Europa. Lexus liegt bei 122 Gramm. Dabei hilft uns natürlich der CT200h, und auch der neue IS 300h mit seinen 99 Gramm CO2 je Kilometer dürfte dazu beitragen, unsere Position weiter zu verbessern. Wir liegen bei der CO2-Reduzierung unter den Premiummarken weit vorne."
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