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Eine Frage des Fahrstils

Lexus RX 450h im Norm- und Praxisverbrauch


Der Lexus RX 450h hat einen Normverbrauch von 6,3 Litern Benzin. Ein Wert, der sonst im Umfeld der Kompaktklasse zu suchen ist, nicht aber bei einem luxuriösen SUV erwartet wird. Im oberen Premium-Segment ist der CO2-Ausstoß von 148 Gramm des Hybridmodells erst Recht aufsehenerregend.

Die Einsparung von 44 Gramm CO2 gegenüber dem Vorgänger kam durch eine ganze Reihe innovativer Lösungen beim Verbrennungsmotor, aber auch im eigentlichen Hybridsystem zustande. Gemessen wurde das Ergebnis, jene 148 Gramm CO2 pro Kilometer, auf dem Prüfstand, der für die Ermittlung des Normverbrauchs ausschlaggebend und für alle Hersteller einheitlich ist. Dieser Normverbrauch nach dem neuen europäischen Fahrzyklus (NEFZ) von 1996 sorgt für die Vergleichbarkeit der Fahrzeuge. Nur so können die verschiedenen Automodelle fair verglichen werden.

Der NEFZ besteht aus einer simulierten Stadtfahrt von 780 Sekunden und einer Überlandfahrt von 400 Sekunden. Die Fahrstrecke beträgt genau 11,007 Kilometer. Sie wird mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 33,6 km/h absolviert, wobei bis auf 120 km/h beschleunigt wird.

Anders als beim alten DIN-Verbrauch beginnt die virtuelle Stadtfahrt mit kaltem Motor, um damit alltagsgerechter zu sein. Trotzdem werfen Kritiker dem NEFZ immer wieder vor, keine alltagstauglichen Verbrauchswerte zu liefern. Doch was heißt Autoalltag in der Praxis? Je nach Fahr- und Nutzungsstil sehr unterschiedliche Verbrauchswerte. So kann der Normverbrauch nur einen Anhaltspunkt geben, dient aber letztlich als entscheidende Vergleichsgröße.

Der CO2-Ausstoß ist eine direkte Folge des Verbrauchs. Der CO2-Gehalt des Abgases hängt mit dem Kohlenstoffanteil im Treibstoff zusammen und kann rechnerisch ermittelt werden. Dabei spielt der Energiegehalt des Treibstoffs eine wesentliche Rolle. Je nach Anteil an Biokraftstoffen variiert das Verhältnis von Verbrauch und CO2-Ausstoß. Bedingt durch die höhere Energiedichte dürfte ein Dieselmotor nur 5,6 Liter verbrauchen, um auf den hervorragenden CO2-Wert des RX 450h zu kommen. Ein Diesel hätte dann aber immer noch Stickoxid- und Partikelemissionen, die beim RX gar nicht mehr nachweisbar sind.

Ein Lexus Vollhybrid ist durch seine elektrischen Fahranteile beim NEFZ-Fahrzyklus latent im Vorteil. Er setzt diesen Vorteil aber auch in der Praxis um. Schließlich spielt sich etwa die Hälfte des weltweiten Verkehrs unter urbanen Bedingungen ab. Während der Presseeinführung des RX 450h in Budapest kamen viele Journalisten ohne Mühe auf Werte, die nur geringfügig über denen des Normverbrauchs lagen. Die Bandbreite der Verbrauchswerte zeigte die unterschiedlichen Fahrstile der Journalisten auf. Nutzte man in der Stadt den neuen, schaltbaren EV-Modus, um rein elektrisch zu fahren, und schwamm man anschließend entspannt im Verkehr mit, war es kein Problem, eine Sechs vor dem Komma zu erzielen. Zügige Kurvenfahrt im hügeligen Umland unter temporär vollem Einsatz der 220 kW/299 PS brachte Werte um neun Liter hervor, was angesichts der gebotenen Dynamik absolut vertretbar ist. Der Vorteil des Hybridantriebs liegt eben auch darin, nicht nur zwei Antriebswelten zu vereinen, sondern dem Fahrer jederzeit die Wahl zwischen maximaler Sparsamkeit oder höchster Leistung zu lassen, damit er sich seine Fahrfreude je nach Stimmung und Möglichkeiten täglich neu definieren kann.
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